Der Markt-Monitor
In Ackermanns Windschatten

Nachdem die Deutsche Bank ihr Gewinnziel einkassiert hat, traut sich die Hypo Real Estate nachzuziehen.

Man kann die Manager der Hypo Real Estate (HRE) in München nicht beneiden. Ihre Bank ist nach allem, was man bisher weiß, gar nicht so schrecklich schwer betroffen von der Finanzkrise - verglichen mit anderen Banken. Sie haben es aber mit ihrer ungeschickten Kommunikation Anfang des Jahres geschafft, das Vertrauen der Anleger in die Aktie schwer zu beschädigen.

Diesmal wollten sie es besser machen. Nachdem die Deutsche Bank zugegeben hat, dass sie ihr Gewinnziel nicht erreichen kann, traut sich die HRE mit einer ähnlichen Aussage heraus. Vielleicht war es von vornherein ein gutes Timing, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses so zu terminieren. Es hat offenbar funktioniert: Der Kursverlust hält sich heute bisher in Grenzen. Wichtig ist im übrigen: Nicht nur auf den Ertrag könnte die Finanzkrise einen negativen Einfluss haben. Sondern auch auf die "Neubewertungsrücklage", wie die Bank selbst sagt.

Auf Deutsch: Ein Teil der Verluste dürfte direkt zu Lasten des Eigenkapitals gebucht werden. Und die Ungewissheit der Aussagen spiegelt das ganze Dilemma der Banken wider: Keiner weiß, wo die Märkte hingehen, deswegen weiß auch keiner, wie viel letztlich abgeschrieben werden muss. Wieder einmal zeigt sich, dass die Vorstellung, einmal kräftig aufräumen zu können und dann Ruhe zu haben, ein Wunschtraum ist.

Ansonsten ist der Markt heute etwas müde und relativ ereignislos, wenn man den schwachen Oracle-Zahlen absieht, die SAP unter Druck bringen. Man hat den Eindruck, dass die Anleger sich an ihre eigene Angst gewöhnt haben, aber noch lange nicht auf eine durchgreifende Erholung setzen - zu Recht.

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