Der Markt-Monitor
Irgendwann tut es richtig weh

Der Börse hält sich trotz hohem Ölpreis wacker. Allerdings kann das nicht mehr allzu lange gut gehen.

Die Schlagzeilen sind seit geraumer Zeit vorbereitet, sie werden im Moment nur noch nicht von der Realität bestätigt. Dax und Dow haben gestern trotz des neuen Rekordpreises für ein Fass Öl von 135 Dollar zugelegt. Und auch heute fällt der Kursabschlag nicht allzu heftig aus. Dabei ist die Situation verzwickt: Als der Ölpreis vor über einem Jahr bei rund der Hälfte des heutigen Niveaus stand, war der Aufschrei über die Belastung für die Märkte groß.

Jetzt war der Ölpreis lange kein Thema, weil die Märkte noch immer viel zu sehr mit der ausklingenden Finanzkrise beschäftigt waren. Dass der Ölpreis in absehbarer Zeit eine große Belastung darstellen wird, sollte es in dieser Größenordnung weitergehen, dazu braucht es keiner prophetischen Gaben. Schon jetzt leiden Automobil-Hersteller, Fluggesellschaften, Logistik und Industrie heftig. Auch wenn sie inzwischen durch Termingeschäfte besser abgesichert sind als noch vor Jahren. Doch auch diese Termingeschäfte laufen irgendwann aus und müssen dann durch neue und deutlich kostspieligere ersetzt werden.

Dass sich der Dax im Moment noch besser hält als beispielsweise der Dow, liegt daran, dass er weniger industrielastig ist als sein Gegenüber von der Wall Street. Stattdessen dominieren hierzulande Finanzwerte den Leitindex, die gerade eine Renaissance erfahren und deswegen den Dax stützen. Das ist jedoch nur noch eine Zeit lang möglich. Sollte der Ölpreis auf diesem Niveau verharren oder gar weiter steigen, tut es dem Dax in absehbarer Zeit richtig weh. Dann hat die Finanzkrise ihr Gefahrenpotenzial komplett an den Ölpreis weitergegeben.

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