Der Markt-Monitor
Kleinfelds frohe Botschaft

Heute ist man ja schon glücklich, wenn es nicht ganz so schlimm kommt wie gedacht. Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld bringt nach diesem Muster die Börse in Schwung.
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Der weltgrößte Alu-Konzern, geleitet von einem Ex-Siemens-Chef, hat im dritten Quartal Gewinn gemacht, wenn auch erheblich weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten aber einen Verlust erwartet. So wird der Auftakt zur Berichtssaison erst einmal mit einer frohen Botschaft eingeläutet.

Die große Frage, wie nachhaltig der Aufschwung ist, beantwortet dieses Ergebnis aber auch nicht. Denn es ist vor allem von einer sehr bekannten Größe abhängig: der Nachfrage aus China. Der Rest der Welt hat immer noch keinen großen Hunger nach Rohstoffen, aber die Chinesen kaufen weiter, was das Zeug hält - davon hängt im Moment ein großer Teil der Rohstoff- und der Weltkonjunktur ab.

Aluminium geht in China vor allem in die Auto-Produktion, sagt Kleinfeld. Das ist zunächst keine schlechte Nachricht: Autos produzieren die Chinesen doch eher für den Binnenmarkt und höchstens in zweiter Linie für den Export. Könnte also dafür sprechen, dass hier eine nachhaltige Nachfrage am Werk ist, die nicht gleich wieder neue internationale Ungleichgewichte auslöst.

Auf der anderen Seite scheint China aber sehr strategisch zu handeln nach der Devise: Jetzt sind die Rohstoffe noch billig oder wenigstens erschwinglich, jetzt kaufen wir und legen Vorräte an. Das verstärkt den Effekt, der weltweit auch für Alcoa eine Rolle spielt: An vielen Orten sind die Vorräte in der Krise so weit heruntergefahren worden, dass jetzt wieder Nachfüllbedarf besteht.

Alles in allem bestätigen die Alcoa-Zahlen wohl das Bild, das sich ohnehin immer deutlicher abzeichnet: Ja, es geht wieder was, der ganz tiefe Einbruch ist vorbei. Es gibt sogar wieder etwas nachhaltige Nachfrage. Nur: ein Ersatz für den Konsum der US-Verbraucher, eine Rückkehr zu früheren Wachstumsraten - das ist nicht in Sicht.

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