Der Markt-Monitor
Kommunikations-Desaster

Mit einer vertraulichen Mail wollte die Software AG Analysten auf zu hohe Prognosen hinweisen. Doch das Vorhaben ging gründlich daneben.

Negative Nachrichten zu verbreiten fällt niemandem leicht. Börsennotierte Unternehmen müssen schlechte Publicity besonders fürchten, schließlich bekommen sie die Quittung in der Regel direkt auf den Fuß. Umso wichtiger ist eine professionelle PR- und Kommunikationsarbeit. Bei der Darmstädter Software AG, immerhin Nr. 2 in Deutschland hinter SAP, scheint auf diesem Gebiet einiges im Argen zu liegen. In einer Mail an Analysten warnte das Unternehmen jetzt davor, dass die Gewinnprognosen des Marktes zu optimistisch seien. Offenbar bauten die PR-Strategen der Software AG darauf, dass die Analysten die Nachricht hinnehmen und ihre Prognosen stillschweigend anpassen würden.

Taten sie aber nicht. Das Gerücht über die seltsame Mail der Software AG machte am Markt schnell die Runde. Als erste Bank riet die Société Générale als Folge der Mitteilung bereits vom Kauf der Aktie ab. Deren Kurs brach gleich zu Handelsbeginn um fast zehn Prozent ein und erholt sich seither nur schleppend. Den TecDax zieht das erstmals seit zehn Tagen wieder unter die Marke von 10 000 Punkten.

Auch der Dax fällt zu Handelsbeginn leicht zurück. Hier sorgt allerdings ein Tech-Wert für positive Schlagzeilen: Mit einem Plus von mehr als zwei Prozent setzt sich Infineon klar an die Spitze der Gewinner.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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