Der Markt-Monitor
Lehman mutiert zum Dauerschreck

Eigentlich durfte es niemanden wundern, dass es noch weitere Abschreibungen bei US-Banken gibt. Aber die Lehman-Krise hält die Börse trotzdem nachhaltig im Griff.
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Die Jungs werden bald mal sagen müssen, was Sache ist. Denn nachdem der Optimismus an den Märkten verflogen ist, wirkt jede Unsicherheit schlimmer als die schlechteste Nachricht. Offenbar hat Lehman-Chef Richard Fuld versucht, das Problem und die Lösung mit einem Schlag zu verkünden: Abschreibungen plus einem Investor, der neues Kapital einschießt. Aber das ist schief gegangen.

Es spricht einiges dafür, dass sich die Sache bald wieder beruhigt. Es gibt sogar Analysten, die davon ausgehen, dass Lehman eigentlich kein Kapital bräuchte, wenn die Märkte weniger nervös wären. Außerdem hat die US-Notenbank ja jetzt ihr berühmtes "Fenster", aus dem heraus sie Kapital zur freundlichen Unterstützung ausreichen kann, ist also besser als im Fall Bear Stearns für eine Schieflage gerüstet.

Der Fall Lehman zeigt aber: Wir sind noch mittendrin im Tunnel, wenn auch vielleicht nicht mehr an der dunkelsten Stelle. Es müssen noch weitere Abschreibungen folgen. Aber die allein lösen das Problem auch nicht. Im Grunde kann der Markt nur nach dem Münchhausen-Prinzip gesunden: Wenn das Vertrauen zurückkehrt, dann rechtfertigt es sich selbst, weil es den Finanzsektor stabilisiert. Wir werden also noch weitere Versuche sehen, den Markt gesundzubeten - und jedesmal nicht wissen, ob es diesmal gelingt.

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