Der Markt-Monitor
Luft raus bei der Postbank

Kaum ein Interview gegeben und schon den Kurs gedrückt: Der Start des neuen Postchefs Frank Appel.

Eigentlich hat Appel etwas ganz vernünftiges gesagt in seinem Interview mit der FAZ. Er will sich beim Verkauf der Postbank nicht unter Druck setzen lassen. Wäre ja auch dumm, das zu tun. Wenn er geduldig bleibt, kann er einen guten Preis erzielen. Denn der Markt für Finanztitel wird sich wieder erholen. Und das Interesse der Konkurrenz an den vielen Postbank-Kunden ist groß, wird also nicht schnell erlahmen.

Trotzdem setzte die Äußerung die Aktie der Postbank unter Druck, und die Muttergesellschaft, die Post, bekam auch etwas davon ab. Zwar ist längst nicht so viel Luft aus dem Postbank-Kurs entwichen wie nach der Ankündigung von Appels Vorgänger Zumwinkel, die Bank zu verkaufen, von den Börsianern hineingepumpt wurde. Aber eine gewisse Enttäuschung ist ablesbar.

Das Beispiel zeigt: Man kann auch mit ganz vernünftigen Äußerungen seine Aktie unter Druck bringen und "Wert vernichten", wie manche Analysten, die völlig auf den Börsenwert fixiert sind, so gerne sagen. Umgekehrt kann man auch mit nichtssagenden oder ziemlich dummen Äußerungen "Shareholder Value light" schaffen: Wer etwas von Übernahmen und Fusionen faselt und mit ehrgeizigen Zielen prahlt, bekommt damit oft sehr schnell den Kurs ein bisschen nach oben. Aber das muss Appel wohl erst noch lernen - wenn er es denn lernen will.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%