Der Markt-Monitor
Mit Ackermann aus dem Börsenloch?

Finanzwerte sind die Gewinner der jungen Börsenwoche. Deutsche-Bank-Chef-Ackermann haucht den gebeutelten Aktien des Sektors neues Leben ein. Für Entwarnung ist es aber noch zu früh.

Josef Ackermann präsentiert sich dieser Tage als Mann der klaren Worte. Am Wochenende kritisierte der Deutsche-Bank-Chef im Handelsblatt die eigene Branche und warf den Bankmanagern eine Mitschuld an der jüngsten Krise zu. Heute macht er Börsen Mut mit der Einschätzung, dass sich die Märkte stabilisieren und das Umfeld für den Finanzsektor weiter Anlass zum Optimismus gebe.

Die europäischen Bankaktien treibt diese Ankündigung nach oben, allen voran die Titel der Deutschen Bank, die rund 2,5 Prozent zulegen. Ackermanns Offensive wird am Markt ganz offensichtlich als Zeichen der Stärke ausgelegt. Negative Überraschungen beim Quartalsbericht am 31. Oktober befürchtet offenbar niemand mehr.

Für die gebeutelten Finanztitel kommt der Ackermannsche Optimismus wie gerufen. Und viele Anleger wittern nach dem Rückschlag jetzt Einstiegskurse. Ob sich jedoch die Einschätzung des Deutsche-Bank-Chefs problemlos auf den gesamten Sektor übertragen lässt, scheint nach den turbulenten Wochen zumindest fraglich. Die vielseitigen Verstrickungen der globalen Banken legen zumindest den Verdacht nahe, dass spätestens im Zuge der Berichtssaison für das dritte Quartal weitere negative Überraschungen offenbart werden.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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