Der Markt-Monitor
Mit dem schwachen Dollar leben

Hauptsache die Wirtschaft retten - Inflation ist egal. Auf diese Devise der amerikanischen Politik stellen sich die Kapitalmärkte ein.

Kein Wunder dass der Euro die Marke von 1,50 Dollar durchbricht. Gestern hat der Vize der US-Notenbank noch einmal deutlich gemacht, dass die Konjunktur Vorrang hat und bedenkliche Inflationsdaten Nebensache sind. Die Folge: Nicht nur der Dollar steigt. Auch kleinere Währungen wie die von Australien und Neuseeland legen zu, ebenso viele aus Schwellenländern.

Neuseeland zeigt aber auch, was Inflation heißt: Zinsen über acht Prozent. Letztlich werden die Amerikaner zumindest nominal höhere Zinsen bekommen, wenn die Inflationserwartungen steigen. Und real sind diese Zinsen dann nur noch zu drücken, wenn die erwartete Inflation auch tatsächlich eintritt.

Die Europäische Zentralbank wird Kurs halten, so lange es geht. Sie wird nur dann, wenn der Dollarkurs völlig aus dem Ruder läuft und das erkennbar auf die europäische Konjunktur drückt, mit einer Zinssenkung reagieren. Daher ist folgendes Szenario denkbar: Zunächst bleibt die Konjunktur bei uns stärker als in den USA. Dann pflanzt sich die Schwäche über die Devisenmärkte fort zu uns. Und irgendwann sind die USA aus dem Gröbsten heraus, haben aber auch ein Inflationsproblem, während wir mit der Wachstumsschwäche kämpfen müssen. Fazit: Euro-Anlagen und vielleicht noch ausgewählte Schwellenländer-Aktien sind Trumpf, außer Bargeld natürlich. Erst in ein paar Monaten kann man sich die eine oder andere US-Aktie wieder anschauen. Aber nur, wenn der Dollar dann so tief ist, dass er eine künftig höhere Inflation in den USA schon vorwegnimmt.

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