Der Markt-Monitor
Nanotech reloaded

Obwohl sie als Schlüsseltechnologie für die Zukunft gilt, spielt die Nanotechnologie an der Börse aktuell so gut wie keine Rolle. Für das TecDax-Unternehmen Aixtron hat sich der Einstieg in den Sektor zunächst aber gelohnt.

Vor mittlerweile mehr als drei Jahren machte an der Börse eine junge Branche Furore. In höchsten Tönen schwärmten die Analysten von der Nanotechnologie, die mittels Teilchen in einer Größe von einem Millionstel Millimeter die Welt verändern sollten. Und die Anleger stürzten sich auf alles, was irgendwie nach Nano klang. Auch heute noch gilt die Technologie als wegweisendd für die Zukunft. An der Börse ist die Euphorie hingegen längst verflogen. Die meisten Nanoaktien dümpeln abseits der öffentlichen Wahrnehmung vor sich hin.

Dass die Nanotech-Phantasie trotz rarer Erfolgsgeschichten an der Börse noch nicht ganz gestorben ist, zeigt jedoch die Aktie von Aixtron. Der Hersteller von Maschinen für die Halbleiterindustrie hatte gestern mitgeteilt, dass er die britische Nanoinstruments übernehmen wird. Mit etwas Verspätung honorieren die Anleger dies heute mit einem Kurssprung von fast zehn Prozent auf 7,75 Euro. So teuer waren Aixtron-Aktien seit fünf Jahren nicht mehr.

Daraus auf ein Börsen-Comeback der Nanotech-Branche zu schließen, wäre verfrüht. Allerdings zeigt der Aixtron-Deal, dass jetzt nicht gierige Anleger in die Nano-Unternehmen reingehen, sondern Unternehmen strategisch in den Sektor investieren. Das für sich genommen ist zumindest mal ein gutes Signal.

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Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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