Der Markt-Monitor
Nokia schlägt Merrill

Herbe Verluste bei Merrill Lynch beeindrucken die Börse weniger als ein leicht gedämpfter Gewinn bei Nokia.

Es war so schön. Gerade hatten die ganzen Tech-Werte ihre Quartalsergebnisse veröffentlicht - und viele waren besser als erwartet. Bei den US-Unternehmen lag das wahrscheinlich zum Teil auch am schwachen Dollar. Er sorgt dafür, dass die Gewinne der US-Unternehmen aus dem Auslandsgeschäft steigen.

Dann kommt Nokia - und Finnland liegt nun mal nicht in Europa. Entsprechend war der Gewinn leicht gedämpft gegenüber den Erwartungen. Und die Aussichten sind auch gedämpft. Damit hatte die Börse nicht gerechnet. Hätte sie vielleicht tun sollen. Die Werksschließung in Bochum war nicht nur Ausdruck kapitalistischer Raffgier. Darin kommt auch die Sorge der Finnen zum Ausdruck, dass das Handy-Geschäft auf Dauer unter sinkenden Margen leidet. Diese bittere Wahrheit werden sie ihren Aktionären jetzt tröpfchenweise, quartalsweise verabreichen. Den Beschäftigten in Bochum konnten sie es nicht allzu offen sagen, um den Kurs nicht auf Talfahrt zu schicken.

Die riesigen Abschreibungen bei Merrill Lynch sollten die Börse dagegen nicht allzusehr beeindrucken, auch wenn der Verlust über den Erwartungen lag. Aber das "Wall-Street-Journal" hat ja vor wenigen Tagen schon berichtet, dass bei der US-Bank alles noch schlimmer kommt - und dazu eindrucksvoll beschrieben, wie viel dort in den letzten Jahren und Monaten schiefgelaufen ist. Daher kann die Überraschung nicht allzu groß sein.

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