Der Markt-Monitor
Rally mit Schlingerkurs

Die Börsianer träumen von einer kleinen Jahresendrally. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist kaum größer als 50 Prozent.
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Kommt sie oder kommt sie nicht? Der heutige Tag scheint kein Auftakt zu einer Jahresendrally zu werden. Mehr als ein Trostpflaster könnte ohne nicht mehr daraus werden nach dem schlechten Börsenjahr. Aber möglicherweise gib es nicht einmal das.

Für eine kleine Rally sprechen zumindest zwei Gründe. Einmal ist das bekanntes Muster: Die großen Investoren kaufen gegen Ende des Jahres noch ein bisschen, oft bei dünnem Handel, und treiben die Kurse hoch, um ihre Bilanz zu verbessern. Außerdem ist möglich, dass private Anleger noch zugreifen, die die ab Anfang Januar 2009 geltende Abgeltungssteuer fürchten. Sinnvoll wäre das. Denn wer jetzt noch kauft und nach vielen Jahren die Aktien versilbert, zahlt die Steuer später nicht. Das kann auf lange Sicht sogar ein paar hundert Punkte mehr oder weniger beim Einstiegskurs aufwiegen.

Aber zwei Punkte sprechen gegen die Rally. Erstens scheinen viele private Anleger die Nase einfach voll zu haben - kein Wunder. Den großen Schub, der ja dann auf dem Umweg über Fondskäufe stattfinden würde, kann daher noch niemand erkennen - eher das Gegenteil. Aber auch auf die Großinvestoren ist kein Verlass. Sollte im Laufe des Monats eine neue Angst die Runde machen, dann handeln sie womöglich eher nach der Devise: rechtzeitig noch weiter aussteigen, damit man am Jahresende nicht als letzter dasteht. Und dann hätten wir genau das Gegenteil einer Rally. Daher spricht einiges für einen Schlingerkurs bis Silvester.

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