Der Markt-Monitor: Riesenbetrug in Paris

Der Markt-Monitor
Riesenbetrug in Paris

Alles im grünen Bereich heute, die Börse atmet kräftig durch. Mit einer spektakulären Ausnahme: Société Générale.

Bei der französischen Bank hat ein betrügerischer Händler mal eben fünf Milliarden Euro in den Teich gesetzt. Der Chef der Bank hat deswegen sogar seinen Rücktritt angeboten, darf aber offenbar bleiben. Im Taumel der technischen Erholung an den Börsen geht diese schlechte Nachricht fast unter.

Schon bei den riesigen Abschreibungen einiger amerikanischer Banken fragte man sich: Wieso funktioniert dort das Risikomanagement nicht? Der Fall der französischen Bank - die zusätzlich noch wegen Subprime-Papieren abschreiben muss - wirft noch weitere Fragen auf: Wieso kann ein einzelner Händler so viel Schaden anrichten? Gibt es keine Kontrolle? Normalerweise arbeiten Banken mit Limits, die automatisch kontrolliert werden. Oder war der Betrüger so ausgefuchst, dass er alle Kontrollen umgehen konnte? Man darf sich nichts vormachen: Jedes Sicherheitssystem lässt sich mit hoher krimineller Energie knacken - vor allem von den Leuten, die Teil des Systems sind.

Interessant auch: Schon seit vergangenem Freitag gab es Gerüchte um Société Générale. Sie waren mit ein Auslöser für den Crash der vergangenen Tage. Damit zeigt sich wieder einmal: Irgendwo ist was durchgesickert, irgendwer hat was gewusst, aber die Bank hat sich offenbar nicht getraut, gleich an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch das ist ein schlechtes Zeichen.

Ansonsten herrscht heute eitel Sonnenschein an der Börse. Ob das mehr als eine technische Reaktion ist, bleibt aber abzuwarten. Ein guter Tag sagt überhaupt nichts darüber aus, ob der Crash ausgestanden ist oder nicht. Die Probleme, die zu dem Crash geführt haben, sind es jedenfalls nicht.

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