Der Markt-Monitor
Schlechte Aprilscherze

Neue dramatische Abschreibungen bei UBS und der Deutschen Bank. Aber die Börse scheint das gar nicht ernst zu nehmen.

Die Deutsche Bank, die lange als "relativ glimpflich" davon gekommen galt, hat jetzt auch schon fast fünf Milliarden Schaden aus der Finanzkrise verbucht. Und zwar Milliarden Euro - würde man das in Dollar umrechnen, dann sähe es noch dramatischer aus. Von der UBS wollen wir gar nicht reden. Die "soliden" Schweizer dürften noch für lange Zeit den Rekord im Geld versenken halten.

Trotzdem reagiert die Börse auf diese Nachrichten positiv. Warum? Zum einen war vieles erwartet worden. Die Deutsche Bank hatte ja vor kurzem schon herumgeunkt und eine verdruckste Gewinnwarnung von sich gegeben. Bei UBS spielt auch eine Rolle, dass die Schweizer endlich ihren Verwaltungsratspräsidenten in die Wüste geschickt haben und erklären, dass sie ihr US-Immobiliengeschäft irgendwie abspalten wollen.

Hinzu kommt eine positive Grundstimmung aus den USA. Obwohl es jede Menge kritische Stimmen zu den Plänen zur Reform der Finanzaufsicht gibt, überwiegt inzwischen wohl der Eindruck: Wenigstens tut sich überhaupt irgendetwas.

Die Märkte blenden in ihrer positiven Reaktion aber auch eine Menge aus. Die Erleichterung, die man beinahe fühlen kann, ist trügerisch. Niemand weiß, ob nach den jüngsten Abschreibungen nicht noch weitere folgen müssen. Das hängt allein von den Märkten ab. Die Idee, dass jetzt noch einmal kräftig hingelangt wird und dann Schluss ist, wäre also falsch. Hinzu kommt, dass die Abspaltung des Immobiliengeschäfts bei UBS dessen Probleme nicht löst, und der Abgang des Präsidenten auch nicht - er hinterlässt die Probleme ja. Und was die US-Reformen angeht, so muss sich erst noch zeigen, was davon im politischen Prozess übrig bleibt. Es spricht also einiges dafür, dass die Börse im Moment einen Teil der Realität ausblendet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%