Der Markt-Monitor
Schlechte Medizin für die Märkte

Eine Zinssenkung der amerikanischen Notenbank, ein Tag später ein großes Programm aller bedeutenden Notenbanken, um den Markt mit Geld zu versorgen. Aber so richtig helfen tut das alles nicht.

Die gute Nachricht ist: Die Börse bewegt sich immer noch auf Rekordniveau. Die Anleger behalten das grundsätzliche Vertrauen in die Wirtschaft. Ihre Befürchtungen, die Finanzkrise könne auf die Wirtschaft und damit auch wieder auf die Börse durchschlagen, scheinen sich in Grenzen zu halten.

Die schlechte Nachricht: Die Medizin der Notenbanken gegen die Krankheit der Finanzmärkte wirkt nicht so richtig. Das lässt sich an den wieder sehr schwachen Kursen der Finanztitel ablesen, die in Deutschland vielleicht noch zusätzlich durch den Trubel um die SachsenLB unter Druck gehalten werden.

Es ist wie mit den so genannten Breitband-Antibiotika: Sie treffen jeden Keim ein bisschen, aber sind sehr unpräzise. Und die Gefahr besteht immer, wenn Antibiotika nicht konsequent eingesetzt werden, dass die Keime resistent werden. An den Finanzmärkten ist es so ähnlich. Breit angelegte Geldspritzen und Zinssenkungen werden vom Markt zwar aufgesaugt, aber der Keim allen Übels, das Misstrauen der Banken untereinander, lebt munter fort und wird resistent gegen jeden Angriff der Notenbanken. Und die Gefahr besteht, dass die Märkte sich einfach daran gewöhnen, dass die Notenbanken sie irgendwie flüssig hält. So entsteht eine Art Medikamentenabhängigkeit, aber keine Heilung.

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