Der Markt-Monitor
Schweizer Schrecken

Versicherer sind auch nicht immun gegen die Finanzkrise - das zeigt das Beispiel der Swiss Re.

Peinlich ist das schon. Da erklärt der Konzernchef der Schweizer Rückversicherung, er habe kaum Probleme mit der Finanzkrise. Und kurze Zeit darauf fällt dem Swiss-Re-Management auf, dass es doch einen saftigen Verlust buchen muss. Die Folge: ein heftiger Kurssturz, der die Aktien anderer Versicherer auch schwächt, zudem wieder Krisenstimmung in die ganze Finanzbranche und die breite Börse bringt.

Einige Banken hatte es ja ähnlich erwischt. Die Versicherer schienen dagegen bisher nur wenig betroffen zu sein. Ausnahmen bildeten lediglich in den USA der Branchenriese AIG und kleinere Kreditversicherer. Wahrscheinlich bleibt es auch dabei, dass die Banken die Finanzkrise, die sie ja überwiegend zu verantworten haben, zu einem großen Teil auch ausbaden werden. Dennoch kann man die Probleme bei der Swiss Re auch als Symptom dafür auffassen, dass sich das Krankheitsbild der Sub-Prime-Seuche allmählich verändert.

Im Sommer handelte es sich in erster Linie um eine Vertrauenskrise. Niemand wusste mehr, wem er finanziell über den Weg trauen konnte. Das versetzte vor allem Banken und ihre Ableger in Fieber, weil sie sich relativ kurzfristig refinanzieren und jederzeit von Kapitalabflüssen bedroht sind. Anders die Versicherer: Sie arbeiten meist mit langfristigen Verträgen und müssen daher keine hektischen Reaktionen fürchten.

Inzwischen ist die Temperatur gesunken. Dafür wird deutlicher, wo es tatsächlich zu Zahlungsausfällen kommt. Die Ratingagenturen nehmen das zum Teil mit Herabstufungen vorweg. Bei realen Ausfällen nützt aber Versicherern und Pensionsfonds ihre langfristige Refinanzierung nichts mehr. Deswegen sollte man sich nicht wundern, wenn in der Branche hier und da jetzt doch noch ein paar Probleme entdeckt werden. Daher sind die Kursreaktionen nicht verwunderlich.

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