Der Markt-Monitor
Täuschen und Tricksen ist Trumpf

Eine komische Stimmung am Markt: Alle haben Angst, aber keiner zieht die Konsequenz daraus.

Das "Wall-Street-Journal" macht auf eine interessante Technik der Hedge-Fonds aufmerksam: Einige leihen sich Geld, wenn Kunden ihr Vermögen abziehen, und blasen so künstlich die "Assets under Management" auf. So entsteht der Eindruck, die Welt sei in Ordnung, der Fonds stehe nach wie vor im Saft.

Das ist wieder eine neue Variation des Themas "Täuschen und Tricksen". Im Moment sind sich alle einig: Nur mit mehr Transparenz kann die Finanzkrise überwunden werden. Aber diese Forderung richtet sich immer nur an die anderen, nicht an einen selbst. Wir haben ja eine Menge Schmach und Heldentaten bei den Banken gesehen - hohe Abschreibungen, aber auch erstaunlich stabile Ergebnisse. Die Wahrheit ist aber, daran muss man immer wieder erinnern, dass es zurzeit keine klaren Regeln gibt, wie bestimmte Vermögensgegenstände zu bilanzieren sind. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

So ist die Unsicherheit im Moment wieder fast so groß wie im August, vor allem bei den Banken untereinander, die am besten wissen, wie wenig sie sich trauen können. Entsprechend häufig ist vor allem in den USA die Rede von einer drohenden Rezession. Oder von einer drohenden zweiten Abschreibungswelle, weil viele verkorkste Immoblienfinanzierungen erst im kommenden Jahr in die kritische Phase kommen.

Das alles wird am Markt diskutiert. Spielt aber am Aktienmarkt keine große Rolle. Vielleicht ist die Tatsache, dass so viele Leute Angst haben, ein gutes Zeichen für den Markt - dann sind nicht alle investiert. Möglicherweise ist einfach immer noch so viel Liquidität im Spiel, dass die Aktienbörsen nicht sinken, weil niemand mehr weiß, wohin mit dem Geld - selbst der Geldmarkt ist ja inzwischen kein sicherer Hafen mehr.

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