Der Markt-Monitor
Trichet dürfte standhaft bleiben

Lässt sich die Europäische Zentralbank von den Turbulenzen an den Finanzmärkten beeindrucken? Das wird sich heute mittag zeigen.

Die Aktien scheinen sich wieder etwas zu erholen. Aber das ist mehr eine technische Reaktion - die Angst bleibt. Und immer weiter poppt irgendwo auf der Welt ein Problemchen im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise hoch. Heute gerieten zum Beispiel die Aktien von Versicherern in Taiwan unter Druck, weil einer von ihnen sich an einem der Fonds von Bear Stearn, die in die Bredouille geraten sind, beteiligt hatte.

Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), dürfte sich heute unbeeindruckt von den Turbulenzen an den Märkten zeigen. Wenn die Börsen gerade wieder durchatmen, fällt ihm das um so leichter. Die Notenbankn haben zwar keinerlei Interesse daran, dass an den Kapitalmärkten die Panik ausbricht. Aber genauso wenig wollen sie den Eindruck erwecken, als wären sie bereit, im Zweifel allen Spekulanten dieser Welt den Kontostand zu retten. Das würde ihre Glaubwürdigkeit beschädigen. Und gerade in einer Situation, wo der französische Präsident gewohnheitsmäßig gegen die EZB stänkert, muss sie Stärke zeigen.

Hinzu kommt: Eigentlich schauen die Märkte - auch die europäischen - fast nur darauf, was die amerikanische Notenbank macht. Aber auch die wird allenfalls, wenn es noch einmal ganz schlimm kommt, durchblicken lassen, dass sie kein wirkliches Desaster zulassen will. Als Kursretter für Investoren dagegen wird sich auch Trichets Kollege in Washington, Ben Bernanke, auf keinen Fall missbrauchen lassen.

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