Der Markt-Monitor
Trichet lässt den Hubschrauber stehen

Zinssenkung ja, aber Geld an den Banken vorbei in die Wirtschaft pumpen nein, lautet die Botschaft der Europäischen Zentralbank.
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In der Finanzkrise sind Banken große Geldschlucker. Was immer man an Liquidität hineinpumpt: Sie saugen sich voll damit aus Angst, sie irgendwann noch zu brauchen. So lange die Notenbank daher Liquidität ins Bankensystem pumpt, was die Europäische Zentralbank in großem Umfang tut, dient das vor allem der Stabilisierung des Systems, aber weniger dazu, tatsächlich die Wirtschaft anzukurbeln.

In den USA und Großbritannien dagegen wird Geld gedruckt, und, wie US-Notenbankchef Ben Bernanke früher so schön sagte, "mit dem Hubschrauber" verteilt, also am Bankensystem vorbei. Das geht zum Beispiel durch den Ankauf von Anleihen, im Zweifel auch Staatsanleihen. Das heißt dann "quantitative easing". Trichet hat nun heute mehrfach das, was er bisher er schon tut, als so ähnlich wie "quantitative easing" bezeichnet. Das heißt also: zum Einstieg in den Hubschrauber ist er offenbar nicht bereit. Das heißt auch letztlich, dass es ihm nach wie vor allem um die Stabilität des Finanzsystems (und natürlich die Stabilität des Geldwertes) geht, und nicht um die Krisenbekämpfung. Unterm Strich keine gute Nachricht.

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