Der Markt-Monitor
Unruhe in Fernost

Der Yen ist noch weiter gefallen, gegenüber dem Euro hat er sogar ein Rekordtief erreicht. Nachdem die Zentralbank in Tokio einen verhaltenen Konjunkturausblick gegeben hat, rechnen die Märkte auf absehbare Zeit nicht damit, dass sie die Zinsen erhöht. Spiegelbildlich hat die neuseeländische Währung ein Rekordhoch gegenüber dem Yen erreicht. Dort hat die Regierung versucht, den Anstieg durch Interventionen am Devisenmarkt zu stoppen. Das ist verpufft - und wenn so etwas passiert, schlägt die Spekulation anschließend besonders hohe Wellen.

Diese Bewegung am Devisenmarkt könnte die "Carry-Trades" wieder anheizen, die vor allem zwischen Yen und Neuseeland-Dollar stattfinden, aber auch zwischen Yen und anderen Währungen. Das Prinzip ist simpel und lukrativ: Man verschuldet sich zu extrem niedrigen Zinsen im Yen und legt das Geld zu sehr hohen Zinsen in "Kiwi" (wie die neuseeländische Währung auch genannt wird) an - denn dort sind die Sätze sehr hoch. Wenn die Bewertung der Währungen noch auseinander driftet, wird das Geschäft um so lukrativer: Die Kiwi-Anlage steigt, in Yen gemessen. Wenn es plötzlich umgekehrt laufen sollte, dann macht die Sache natürlich keinen Spaß mehr.

Diese Carry-Trades machen den Notenbankern seit langem Sorgen. Eigentlich sollten sie über einen längeren Zeitraum gar nicht stattfinden beziehungsweise von dem Märkten wieder ausgebügelt werden. Aber hier hat sich ein Marktungleichgewicht herausgebildet, das offenbar recht stabil ist. Die Befürchtung der Notenbanken geht dahin, dass sich durch irgendeinen externen Schock plötzlich die Lage dreht und ganz viele aus den Carry-Trades rausgehen - das wäre so ein Fall einer gleichgerichteten Fluchtbewegung, die immer gefährlich ist, weil sie sich indirekt auf alle Kapitalmärkte auswirken kann.

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