Der Markt-Monitor
Vorsicht, Fallensteller!

Ein bärenstarker Markt, gute Stimmung, man glaubt es kaum. Aber das birgt auch Tücken.

Börsianer klingen manchmal, als lebten wir noch in der Steinzeit. Da ist von "Bärenfallen" oder "Bullenfallen" die Rede. Etwas nüchterner gibt es manchmal auch eine "Zwischenrally" in einem Bärenmarkt. Wenn man die Börse zurzeit anschaut, befällt einen das Gefühl, das diese animalischen Begriffe bald wieder eine wichtige Rolle spielen werden.

Lassen wir mal die Diskussion bei Seite, ob die Banken "es" jetzt geschafft haben. Natürlich haben sie "es" noch lange nicht geschafft, das weiß auch jeder. Die Tatsache, dass ein paar Banken heftig abschreiben oder neues Kapital anwerben, heißt noch lange nicht, dass damit alles ausgestanden ist.

Man hat aber den Eindruck, als seien die Bären in eine Falle gelaufen. Ganz so schlimm, wie sie gewettet hatten, lief es wohl doch nicht mit den Finanzwerten. Vor allem deswegen, weil die US-Notenbank gezeigt hat, dass sie im Zweifel unbekümmert um Grundsätze oder Kritik alles tun wird, um das Schlimmste zu verhindern. Diese "Bärenfalle" dürfte für den derzeitigen plötzlichen Kursanstieg sorgen, weil ein paar Leute sich eindecken müssen.

Sollte sich aus dieser Marktreaktion abgeleitet der Eindruck festsetzen, die Finanzkrise sei mehr oder minder vorbei, dann schließt sich an die "Bärenfalle" möglicherweise gleich wieder eine "Bullenfalle" an. Irgendwann wird man feststellen, dass die Banken eben immer weiter abschreiben müssen und damit noch lange nicht fertig sind, und ihre Gewinne erst mal verschwinden. Klar - ganz am Ende des Tunnels wird sich wahrscheinlich zeigen, dass einige zu viel abgeschrieben haben und plötzlich erstaunliche Gewinne aus dem Hut zaubern können. Aber bis dahin fließt noch einiges Wasser die Limmat, die Themse, den Main und den Hudson herunter.

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