Der Markt-Monitor
Was der schwache Dollar-Kurs bedeutet

Die US-Währung war in letzter Zeit weich. Das zeigt Realismus an den Märkten - und der dürfte auch anhalten. Die Investoren sehen jetzt deutlicher die langfristigen wirtschaftlichen Perspektiven und handeln danach..
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Von den USA ist die Finanzkrise ausgegangen. Dort ist die Überschuldung der Wirtschaft, vor allem des Immobilienmarktes, auch höher als in der Eurozone oder in Japan. Trotzdem hat sich eine Weile der US-Dollar recht gut gehalten. Als Gründe dafür wurde häufig die Aussicht genannt, dass die USA sich möglicherweise schneller wieder erholen als andere Länder. Auch die Tatsache, dass Deutschland als Schwergewicht im Euroraum und Japan wegen ihrer Exportabhängigkeit besonders eingebrochen sind, spielt eine Rolle.

Der wirkliche Grund für die Dollar-Stärke war aber wahrscheinlich der Reflex der US-Investoren, Risiken zu meiden und Vermögen zurück in die USA zu holen. Also eine Frage der Markttechnik als der längerfristigen Perspektiven. Zum Teil hat sich diese Technik in den letzten Wochen schon umgedreht, weil der Risikoappetit wieder gestiegen ist. Hier und da regen sich aber auch Zweifel an der langfristigen Kreditwürdigkeit der USA. Die Tatsache, dass die amerikanische Notenbank besonders aufs Gas gedrückt hat, kommt ins Bewusstsein. Und vielleicht regt sich auch der Argwohn, dass die Amerikaner eher als Europäer und Japaner in Versuchung (oder auch in der Lage) sein werden, die Überschuldung der Wirtschaft wegzuinflationieren. Insofern dürfte die Dollar-Schwäche fundamental gerechtfertigt sein.

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