Der Markt-Monitor
Wie lange kann Bernanke noch warten?

Wenn sich die Börse halbherzig wieder erholt, hat das auch einen schlechten Grund: Immer weniger Leute glauben, dass die US-Notenbank tatsächlich bald die Zinsen erhöht.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte die Märkte unlängst unter Druck gesetzt. Er schlug plötzlich harte Töne an. Die Zeit der Zinssenkungen ist vorbei, hieß es danach, schnell gab es Erwartungen neuer Zinserhöhungen. Bernankes europäischer Kollege Jean-Claude Trichet legte gleich nach mit ähnlichen Tönen - machte damit allerdings zum Teil den Effekt von Bernankes Bemerkungen wieder zunichte.

Jetzt ist die große Frage: Wie ernst hat Bernanke es eigentlich gemeint? Im Moment setzt sich eher die Meinung durch, so wirklich dringend sei es ihm nicht gewesen. Der Eindruck entsteht: Der Mann wollte vor allem den Verfall des Dollars etwas bremsen, bevor dadurch zu viele neue Ungleichgewichte auf den Märkten entstehen. Er wollte auch die Inflationserwartungen einfangen. Denn wirklich gefährlich werden Preissteigerungen erst dann, wenn sie jeder schon im Voraus einplant.

Der momentane Eindruck hilft dem Aktienmarkt, sich gegen den Abwärtstrend zu stemmen. Eigentlich eine gute Nachricht für Aktienanleger also. Wenn sich der Eindruck verstärkt, wird aber Bernanke noch einmal nachlegen müssen, um glaubwürdig zu bleiben - und dann auch mal handeln. Das ist dann gut gegen die Inflation, aber schlecht für die Aktien. Wir haben also nicht den letzten Durchhänger gesehen in diesem Jahr.

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