Der Markt-Monitor
Zu viel Hoffnung auf Bernanke

Die Aktienmärkte sind erstaunlich stark, auch wenn es mal eine Korrektur durch Gewinnmitnahmen gibt. Aber sie bewegen sich auf dünnem Eis. Derzeit setzt sich die „inverse Börsenlogik “durch

Nach und nach setzt sich im Moment das durch, was man als "inverse Börsenlogik" bezeichnen könnte (manch einer wird vielleicht gleich von "perverser Logik" sprechen). Jede schlechte Nachricht aus den USA wird als Signal für eine weitere Zinssenkung angesehen und von der Börse mit Kurssteigerungen begrüßt: Es gibt immer mehr Hoffnung, weil es uns immer schlechter geht. Und machen wir uns nichts vor: Die weltweiten Kurse werden zurzeit wieder fast nur in den USA gemacht. Und für die Aktien spielt auch fast nur die US-Notenbank eine Rolle, die anderen Zentralbanken sind dagegen unter ferner liefen.

Die Logik: Amerika schwächelt zwar, ist aber immer noch der Nabel der Welt. Daran ändern auch Zeitungsartikel nichts, die London als wichtigste Finanzmetropole der Welt sehen. Aber möglicherweise zeigt sich bald, dass die Hoffnungen auf US-Notenbankchef Ben Bernanke übertrieben sind. Denn erstens sind schlechte Nachrichten schlechte Nachrichten. Bernanke reagiert ja nur, wenn er sich um die US-Konjunktur sorgt. Und auf Dauer wird sich die Börse nicht von der Konjunktur lösen können. Eigentlich läuft sie ihr, klassischerweise, sogar voraus. Davon ist noch nicht viel zu spüren. Man kann das als gutes Zeichen für die Konjunktur sehen - oder eher als vorübergehende Kursblase am Aktienmarkt, die irgendwann rasch die Luft verliert, bis die Kurse eher mit der Richtung der US-Wirtschaft zusammenpassen.

Ein anderer Punkt: Für Bernanke werden die Handlungsspielräume enger. Je weiter er mit den Zinsen heruntergeht, desto größer werden die Inflationsängste, und damit steigen die langfristigen Zinsen statt zu sinken. Bernanke ist also an einem Punkt, wo er sich fragen muss, ob seine Politik nicht kontraproduktiv wird. Eine Zinssenkung wird es wahrscheinlich trotzdem noch geben in den USA. Aber insgesamt sollten Anleger nicht allzu blind darauf vertrauen, dass Ben ihnen den .... nun ihnen den Depotstand rettet.

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