Der Markt-Monitor
Zweierlei Maß

Schlechte Nachrichten von Siemens, schlechte Nachrichten von SAP. Aber die Börse reagiert völlig unterschiedlich.

Es ist das alte Lied: Wenn die schlechte Nachrichten schon erwartet wurden, wirken sie nicht mehr an der Börse. Oder die Kursbewegung schlägt sogar ins Gegenteil um wie bei Siemens. Auf der anderen Seite: Dass SAP im Mittelstandsgeschäft Probleme hat, war auch schon auf dem Markt. Trotzdem ist die Aktie abgeschmiert. Nebenbei gesagt: Ich erinnere mich undeutlich, dass SAP immer wieder mit dem Mittelstand ins Geschäft kommen will und immer wieder Probleme dabei hat. Trotzdem ist der Konzern sehr erfolgreich.

Wahrscheinlich sind beide Bewegungen übertrieben. Die Probleme bei Siemens sind gravierend. Sie datieren zwar überwiegend noch aus der Zeit vor dem heutigen Chef, Peter Löscher. Aber wer weiß, ob Siemens ohne Korruption und ohne zu niedrig kalkulierte Aufträge tatsächlich von der immer noch guten Konjunktur profitieren kann? Im Grunde muss sich jetzt erst zeigen, wie wettbewerbsfähig der Konzern ist. Ob das allen Anlegern klar ist?

Ansonsten warten die Märkte auf die US-Notenbank, die Fed. Nach aller Voraussicht wird ihr Chef, Ben Bernanke, die Zinsen um einen Viertel Punkt auf 2,0 Prozent senken und anschließend hoffentlich einigermaßen deutlich sagen, dass jetzt erst einmal Schluss ist. Wenn er das nicht tut, werden die Märkte nämlich fürchten, die Rezession komme noch schlimmer als befürchtet - und Angst bekommen, statt sich zu freuen, was sie sonst bei niedrigen Zinsen tun. Aber Bernanke, der in letzter Zeit eine Menge (zum Teil auch unberechtigter) Kritik einstecken musste, wird es schon hinkriegen.

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