"Der Markt will nach oben"
Dax schließt nach Achterbahnfahrt fester

Nach den weit über den Erwartungen ausgefallenen US-Auftragseingängen langlebiger Güter im Juli ist der Dax am Dienstag angesprungen und sehr fest aus der Sitzung gegangen. Selbst der hinter den Erwartungen des Marktes zurückgebliebene US-Index des Verbrachervertrauens konnte diese Tendenz nur kurzfristig eintrüben.

vwd FRANKFURT. Die schwachen US-Börsen belasteten ebenfalls nicht. "Der Markt will nach oben", sagte ein Händler. Der Dax verbesserte sich um 1,8 Prozent bzw. 68 auf 3 851 Punkte. "Das US-Verbrauchervertrauen wird vor allem von den schwachen Aktienmärkten belastet", erklärte ein Beobachter. Sollte also die Börse ihre Erholung fortsetzten, werde sich das auch auf die Stimmung auswirken. Die "harten Fakten" des guten Auftragseingangs seien daher stärker beachtet worden. Es gebe aber auch Befürchtungen, dass die charttechnisch überkaufte Lage des Gesamtmarktes und Ängste vor einem Irak-Krieg zu einer weiteren Konsolidierung in den kommenden Tagen führen könnte, meinte ein weiterer Händler.

Angeführt wurden die deutschen Standardwerte am Dienstag von dem "Schwergewicht" Allianz. Die Aktien legten um 4,1 Prozent auf 145,80 Euro zu. Sie zeigten sich den Angaben von Marktteilnehmern zufolge auf Grund eines Zeitungsberichts mit Aufschlägen. Der Meldung nach werden die Versicherungsprämien nach der Hochwasserkatastrophe steigen, was sich positiv auf die Gewinne der Unternehmen auswirken dürfte. Siemens erhöhten sich im Zuge einer europäischen Gesamtbewegung der Technologiewerte um 3,7 Prozent auf 51,25 Euro. Zudem sollen in der Mobilfunksparte weitere 700 Stellen gestrichen werden.

Deutsche Telekom kletterten um 2,4 Prozent auf 11,45 Euro. Die Analysten der US-Investmentbank Morgan Stanley hatten Anlegern empfohlen, die Positionen in Hableiterwerten abzubauen und welche in Telekomtiteln aufzubauen. Aber auch ein Bericht der "Börsenzeitung", wonach die Deutsche Telekom auf Grund des schwachen US-Dollars ihre Schulden im zweiten Quartal um 1,5 Mrd. Euro verringern konnte, beflügelte die Stimmung für die T-Aktie.

Im Minus zeigten sich Infineon mit 3,4 Prozent auf 11,92 Euro. Neben der Umschichtungsempfehlung von Morgan Stanley belastete nach Angaben von Händlern auch der Konkurrent Intel. Das Unternehmen hatte am Vorabend einen schlechten Ausblick abgegeben und erwartet auch im vierten Quartal keine Erholung bei der Nachfrage nach Computern.

Gesucht waren hingegen die Automobilwerte. Daimler-Chrysler und BMW zeigten sich dabei fester als VW, die etwas unter der Platzierung einer Unternehmensanleihe litten. Im Markt kursierten Gerüchte, wonach ein großer US-Fonds aus Renault in Daimler-Chrysler umschichte, sagte ein Händler. BMW wurden zudem weiterhin von der Hoffnung auf eine Aufnahme in den vielbeachteten Euro-Stoxx-50-Index getrieben. BMW gewannen 2,6 Prozent auf 39,63 Euro, und Daimler-Chrysler verbesserten sich um 2,5 Prozent auf 46,05 Euro. VW legten nur um 1,2 Prozent auf 48,49 Euro zu und hinkten damit dem Gesamtmarkt hinterher.

Gerüchte um den Verkauf einer Tochtergesellschaft rückten die im MDAX gelisteten Rheinmetall ins Blickfeld. Die "Welt" berichtete in der Rubrik "Das jüngste Gerücht", dass eine solche Transaktion bevorstehen soll. Daneben könne das Unternehmen eine Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien recht bald beschließen. Die Aktie verbesserte sich um 4,5 Prozent auf 12,94 EUR. Neues Interesse an einer Übernahme von ProSiebenSat1 Media durch den Konzern des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi beflügelten die Aktien. ProSiebenSat1 stiegen um fünf Prozent auf 8,14 EUR.

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