Der Maschinenbauer schreibt seit Jahren Verluste
Windhoff stellt Insolvenzantrag

Das Maschinenbauunternehmen Windhoff AG aus dem westfälischen Rheine hat beim Amtsgericht Münster Insolvenzantrag gestellt. Ein Sprecher der zuständigen Konkursstelle sagte am Mittwoch, zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei Rechtsanwalt Hubertus Bange aus Greven bestellt worden.

Reuters DÜSSELDORF. Windhoff hatte den Schritt am Dienstag angekündigt und ihn mit der Kündigung aller Kreditlinien der Banken begründet. Die Banken hätten auch ein gemeinsam mit einem potenziellen Investor erarbeitetes Sanierungskonzept abgelehnt. Im Unternehmen sind nach Betriebsratsangaben aktuell 411 Mitarbeiter beschäftigt, deren Löhne und Gehälter einschließlich Weihnachtsgeld bislang gezahlt worden seien.

Betriebsratschef Manfred Napierski sagte Reuters, die Entscheidung der Banken komme völlig überraschend zu einer Zeit, in der es geschäftlich wieder bergauf gehe. Allein im November seien Aufträge über vier Mill. Euro hereingekommen. Für das Gesamtjahr hatte Windhoff zuletzt einen Umsatz von 72 Mill. Euro prognostiziert. Im Vorjahr waren es noch 107 Mill. gewesen. Das Sanierungskonzept, das bereits zur Kündigung von 83 Mitarbeitern geführt habe, sei mit einer Berliner Firma ausgearbeitet worden, sagte Napierski. Einzelheiten seien ihm aber nicht bekannt.

Windhoff schreibt seit Jahren Verluste. Ende November hatte Finanzvorstand Klaus Müller aber für 2002 ein ausgeglichenes Ergebnis und für 2003 einen Gewinn vorhergesagt. Das seit 1993 börsennotierte Unternehmen geriet 1997 durch einen öffentlich ausgetragenen Streit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat in die Medien. Auf die Geschäfte habe sich dies aber nicht ausgewirkt, sagte Napierski. Die Probleme seien eher auf den Börsengang selbst zurückzuführen. Seither habe externes Wachstum durch Zukäufe im Zentrum der Geschäftspolitik gestanden, das interne Wachstum sei dabei vernachlässigt worden.

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