Der MDax verlor 0,7 % auf 4721 Punkte
Dax geht mit Verlust ins Wochenende

Die Technologiewerte verbuchten kräftige Abschläge, nachdem Ericsson am Morgen Gewinneinbußen im vierten Quartal mitgeteilt hatte. Der Dax schloss 0,48 % tiefer auf 6 695 Punkten.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben den Freitagshandel Händlern zufolge im Sog negativer Geschäftszahlen mehrerer internationaler Unternehmen mit einem Verlust beendet. Allen voran verbuchten Technologiewerte im Dax kräftige Abschläge, nachdem der schwedische Technologiekonzern Ericsson am Morgen Gewinneinbußen im vierten Quartal mitgeteilt hatte. "Wir haben heute einen typischen Konsolidierungstag nach den Kursgewinnen der letzten zwei bis drei Wochen", sagte Alexander Koch, Aktienhändler bei der KBC Bank Deutschland. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 0,48 % tiefer auf 6 695 Punkten.

"Nach den schlechten Unternehmensmeldungen von Ericsson und der Glasfaserhersteller leiden die High-Tech-Werte unter Gewinnmitnahmen", sagte Koch weiter. Für den deutschen Markt sei er wenig optimistisch und halte Euphorie für verfrüht. "Solange der Dax die Widerstandsmarke bei 6 900 Punkten nicht nachhaltig durchbricht, sehe ich keine technische Besserung des Gesamtbildes", fügte er hinzu.

Die Vorgaben für Technologiewerte waren nach Angaben von Marktteilnehmern negativ. Am Morgen hatte der schwedische Telekomausrüster LM Ericsson mitgeteilt, im Schlussquartal 2000 einen deutlichen Gewinnrückgang vor Steuern verzeichnet zu haben. Zugleich kündigte der schwedische Konzern die Auslagerung seiner Handyproduktion und die Streichung von mehreren tausend Arbeitsplätzen an. Das US-Internet-Unternehmen ExciteAtHome gab nach Börsenschluss in den USA eine Gewinnwarnung für das erste Quartal aus. Der US-Chiphersteller PMC-Sierra hatte ebenfalls eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Zudem wurde der Technologiesektor Händlern zufolge von der Warnung des weltweit größten Faserkabel-Netzwerkherstellers Corning vor einer Abschwächung des Telekommunikationsmarktes belastet.

Die New Yorker Aktienmärkte tendierten bei Frankfurter Börsenschluss uneinheitlich. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte präsentierte sich mit einem Abschlag von 0,48 % bei 10 676 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index hingegen konnte sich im Handelsverlauf erholen und in positives Terrain vorstoßen. Er gewann 0,5 % auf 2767 Zähler.

Größter Verlierer im Dax waren die Titel von Epcos mit einem Abschlag von 5,3 % auf 92,50 Euro. Dahinter folgten Siemens mit einem Minus von 2,6 % auf 154,50 Euro. Die Aktien von SAP verbilligten sich um 2,2 % auf 199 Euro.

Analysten sagten, die Geschäftszahlen von Ericsson hätten den schwankungsanfälligen Technologiesektor belastet und Zweifel über die Gewinnaussichten der betroffenen Unternehmen hervorgerufen. "Die Zahlen setzen die Produzenten von Technologie-Infrastruktur unter Druck", sagte Trudbert Merkel, Fondsmanager bei Deka-Kapital in Frankfurt. "In den kommenden Monaten werden wir sehen, wie Gewinnprognosen deutlich zurückgenommen werden."

Favorit des Tages waren die Anteilsscheine von Karstadt-Quelle mit einem Kursgewinn von 3,7 % auf 38,90 Euro. Dahinter folgten die Aktien von Degussa-Huels , die sich um rund 2 % auf 38 Euro verteuerten. Einem Frankfurter Händler zufolge sind derzeit konservative Werte auf Grund der schwachen Technologieaktien gesucht.

Die vom Markt positiv aufgenommene geplante Restrukturierung von Chrysler sowie charttechnische Gründe haben nach Händleraussagen die Aktie von Daimler-Chrysler beflügelt. Das Papier schloss 1,5 % fester auf 52,52 Euro. "Der Markt glaubt allmählich an eine Restrukturierung bei Chrysler", sagte Frank Biller, Auto-Analyst bei der Baden Bank. -Württembergischen "Das dauert aber noch ein oder zwei Jahre. Wir werden mittelfristig noch rote Zahlen bei Chrysler sehen, dann aber ab 2003 dürfte die Sparte wieder in die Gewinnzone zurückkehren." Die Aktie habe die schlechten Nachrichten der vergangenen Wochen verarbeitet und einen Boden gefunden.

Der MDax verlor 0,7 % auf 4721 Punkte.

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