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Der Nachthimmel im August: Feuerzauber der PerseidenDPA-Datum: 2004-07-20 12:50:49

Hamburg (dpa) - Der August ist bei Sternguckern und Hobbyastronomen besonders beliebt: Noch sind die Abende warm und man kann ohne zu frieren nach den Sternen schauen. Auch setzt die Dunkelheit deutlich früher ein als im Juni oder Juli. Dazu ziehen im August besonders viele Sternschnuppen ihre Leuchtspuren am Firmament.

Hamburg (dpa) - Der August ist bei Sternguckern und Hobbyastronomen besonders beliebt: Noch sind die Abende warm und man kann ohne zu frieren nach den Sternen schauen. Auch setzt die Dunkelheit deutlich früher ein als im Juni oder Juli. Dazu ziehen im August besonders viele Sternschnuppen ihre Leuchtspuren am Firmament.

Um den 12. August sind bis zu hundert Meteore pro Stunde zu erwarten. Sie liefert der Sternschnuppenstrom der Perseiden, der in diesem Jahr eine besondere Aktivität entfaltet. Die Meteore scheinen dabei dem Sternbild Perseus zu entströmen. Die beste Zeit zur Beobachtung der Perseiden sind die Stunden nach Mitternacht, wenn Perseus hoch im Nordosten steht.

Ihren Ursprung führen die Perseiden auf den Kometen zurück, der in Auflösung begriffen seine Bruchstücke und Staub entlang seiner Bahn verstreut hat. Kreuzt die Erde die Bahn des Kometen, was in der Nacht vom 11. auf 12. August der Fall ist, dann dringen die Reste des Kometen mit hohen Geschwindigkeiten in die Lufthülle der Erde ein und verglühen. Dabei tauchen mitunter auch sehr helle Objekte auf, so genannte Feuerkugeln oder Boliden, die manchmal heller als der Vollmond werden können.

Der Ursprungskomet wurde im Jahre 1862 unabhängig voneinander von Lewis Swift und Horace Tuttle entdeckt. Drei Jahre später erkannt Giovanni Schiaparelli, Direktor der Mailänder Sternwarte, dass Komet das Material für den Meteorstrom der Perseiden liefert. Vor zehn Jahren ließen Berechnungen befürchten, dass der Kometenkern selbst im Jahre 2126 mit der Erde kollidieren könnte. Genauere Untersuchungen haben ergeben, dass es in den nächsten tausend Jahren nicht zu einem Zusammenstoß mit kommen wird. Aber für die fernere Zukunft ist dies nicht auszuschließen.

In diesem Jahre ist mit einer stark erhöhten Aktivität des Perseidenstromes zu rechnen. Und zwar dürfte es bereits in der Nacht von 10. auf 11. August zu einer regen Sternschnuppentätigkeit kommen. Denn ein zweites, breites Band von Kometentrümmern wird die Erdbahn einen Tag vor dem Hauptmaximum kreuzen. Da Mondlicht nicht stört, kann man diesmal den Feuerzauber der Perseiden besonders gut genießen.

Zu Monatsanfang kann noch Jupiter als heller Punkt tief am Westhorizont erspäht werden. Mitte des Monats wird der Riesenplanet unbeobachtbar. Am 25. August verlässt Jupiter den Löwen und wechselt in das Sternbild Jungfrau.

Venus ist Glanzpunkt am Morgenhimmel und übertrifft alle anderen Gestirne am Nachthimmel an Strahlkraft - vom Mond einmal abgesehen. Um die Monatsmitte erreicht sie ihren größten westlichen Winkelabstand von der Sonne. Venus geht kurz nach halb drei Uhr morgens auf und ist bis in die fortgeschrittene Morgendämmerung sichtbar. Im Fernrohr zeigt sich Venus halb beleuchtet - wie der abnehmende Halbmond. Am 12. August gesellt sich die abnehmende Mondsichel zur Venus - ein hübscher Anblick zu Beginn der Morgendämmerung tief am Osthimmel. Es ist die Nacht, in der auch die Perseiden nach Mitternacht ihre größte Tätigkeit entfalten.

Saturn taucht allmählich am Morgenhimmel auf. Der Ringplanet, der seit Juli von der Raumsonde «Cassini» umrundet wird, hält sich im Sternbild Zwillinge auf. Am 13. August wandert die Sichel des abnehmenden Mondes an Saturn vorbei. Am Monatsletzten wird der Ringplanet von Venus überholt. Beide Planeten sind dann am Morgenhimmel nahe beieinander zu sehen.

Nachdem Jupiter von der Himmelsbühne abgetreten ist, bleibt der Abendhimmel ohne helle Planeten. Mit Ferngläsern oder Teleskopen sind jedoch die sonnenfernen und darum lichtschwachen Planeten Uranus und Neptun zu erkennen. Uranus steht am 27. August im Sternbild Wassermann der Sonne genau gegenüber, der noch fernere und lichtschwächere Neptun erreicht seien Opposition zur Sonne bereits am 6. August im Sternbild Steinbock.

Neumond ist am 16. August um 3.24 Uhr. Der Vollmond leuchtet am 30. August im Sternbild Wassermann, wobei die exakte Vollmondposition um 4.22 Uhr erreicht wird. Man spricht vom Erntemond oder mit der altdeutschen Bezeichnung vom Ernting. In Nordamerika heißt der Augustvollmond «Barley Moon» (Gerstemond).

Die Sonne wandert auf dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Zu Monatsbeginn startet sie ihre Reise beim Sternhaufen Krippe im Krebs und wechselt am 10. August in das Sternbild Löwe. Dessen Hauptstern Regulus passiert sie am 22. August, wobei sie am gleichen Tag in das Tierkreiszeichen Jungfrau tritt. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um neun Grad ab, die Tageslänge schrumpft drastisch um fast eindreiviertel Stunden.

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