Der neue 3er in Leipzig
BMW legt hohes Tempo vor

Der BMW-Konzern hat sich für Leipzig als neuen Werkstandort entschieden. Das Werk ist Bestandteil eines langfristigen Investitionsplans. Der Autokonzern gewinnt enorme Flexibilität in der Produktion. Die Nähe zu den bisherigen Inlandswerken und Zulieferern sowie das neue Arbeitszeitmodell gelten als Vorteil.

MÜNCHEN. Der BMW-Konzern strotzt nach der überwundenen Rover-Krise und den damit verbundenenen Verlusten von über 8 Mrd. DM nur so vor Selbstbewusstsein. Erst in der vergangenen Woche verkündete BMW-Vorstandschef Joachim Milberg neue Absatzrekorde. In den ersten sechs Monaten verkauften die Bayern mit 459 000 Fahrzeugen 9 % mehr als noch vor Jahresfrist. Die bayerischen Autobauer gehen fest davon aus, dass die 900 000er-Marke in diesem Jahr erstmals fällt - und das bei einer rückläufigen Weltautokonjunktur.

Vorstandschef Joachim Milberg sieht vor allem die Flexibilität der BMW-Werke als Geheimnis des Erfolges. Prinzipiell kann in jedem BMW-Werk jedes Modell gefertigt werden. Als die Nachfrage nach der 3er-Reihe, dem Volumenmodell des Konzerns, in Höhe schnellte brauchte BMW nur sechs Monate, um das Werk in Dingolfing auf die Tagesproduktion von 300 Fahrzeugen umzurüsten.

Auf dem Papier soll in Leipzig ab 2005 die 3er-Rehe vom Band laufen. Die Werkstruktur macht aber eben auch andere Modelle möglich. Das Werk in Leipzig ist nur ein Teil des milliardenschweren Investitionsprogramms für die Produktoffensive. Jährlich sind dabei Investitionen von 2,5 Mrd. Euro geplant. Der bayerischer Autohersteller BMW kann und will die Investitionen in sein neues Werk nach den Worten von Vorstandschef Joachim Milberg in Leipzig aus eigener Kraft finanzieren. Das Volumen für Leipzig werde sich vermutlich auf zwei Jahre verteilen, möglicherweise auch etwas länger. Milberg rechnet mit einem öffentlichen Förderanteil von 28 % der Gesamtinvestition.

Die Planungen für die Produktoffensive laufen auf vollen Touren. Gestern wurde das Flagschiff - der neue 7er - erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die neuen Coupees der 6er-Baureihe, das kleinere X3-Gelände-Modell und ab 2003 das neue BMW-Einsteiger-Modell (1er-Baureihe) stehen auf dem Programm.

Der neue Standort passt vor allem auch geographisch gut ins Werks-Konzept. Der BMW-Konzern hat bereits zahlreiche Produktionsstätten im In- und Ausland. Herz des Konzerns sind die drei bayerischen Stammwerke. In Dingolfing produzieren rund 20 000 Beschäftigte den 3er, 5er und den 7er. Im Münchner Werk mit seinen knapp 10 000 Mitarbeitern werden die 3er-Reihe und in kleinen Stückzahlen der Sportwagen Z 8 gefertigt. Regensburg produziert mit 9000 Angestellten 3er und 7er-BMWs. In Berlin hat die Motorrad-Fertigung mit 3000 Beschäftigten ihren Sitz. Daneben hat BMW noch eine Teile- Produktion unter anderem in Eisenach, Landshut und Wackersdorf.

Auch im Ausland ist BMW präsent. So werden nach kleineren Anlaufschwierigkeiten seit einigen Jahren der geländegängige X5 und der Z3 im US-Werk Spartanburg gefertigt. Im südafrikanischen Rosslyn produziert BMW 3er-Autos, der neue Mini wird in Oxford gebaut.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%