Der neue Konzern für Spezialchemie startet mit einer Dividende von 1,10 Euro
Bei Degussa fallen die Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis in 2001 geringer aus

Utz-Hellmuth Felcht trimmt Degussa auf Profitabilität. Bis 2004 will der Konzernchef die Kapitalrendite auf 14 Prozent erhöhen. Die geplanten Desinvestitionen mit einem Umsatz von sechs Milliarden Euro will er bis Ende 2002 abschließen. Nach der Laporte-Übernahme plant er nun keine größeren Zukäufe mehr.

ews DÜSSELDORF. Die neue Degussa AG, Düsseldorf, wird im Geschäftsjahr 2001 das hohe Wachstumstempo des Vorjahres nicht halten können. Das erklärte Vorstandsvorsitzender Utz-Hellmuth Felcht auf der Bilanzpressekonferenz. Das Kerngeschäft des Spezialchemie-Konzerns, der zu 64,5 % zur Eon AG (entstanden aus der Fusion von Veba und Viag), Düsseldorf, gehört, werde sich zwar auch in schwierigem Umfeld behaupten, doch würden die Steigerungsraten bei Umsatz und Ergebnis wieder flacher ausfallen.

Das aus der Fusion von Degussa-Hüls und SKW Trostberg hervorgegangene Unternehmen wurde erst am 9. Februar ins Handelsregister eingetragen, aber der Zusammenschluss erfolgte mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. Juli 2000. Deshalb wurden der Jahresabschluss und die Vergleichszahlen für 1999 nach US-GAAP auf Pro-Forma-Basis erstellt.

Danach stiegen der Umsatz ohne Edelmetallumsatz um 21 % auf 16,9 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibung (Ebita) um 31 % auf 1,2 Mrd. Euro und das Betriebsergebnis um 58 % auf 672 Mill. Euro. Der Hauptversammlung am 15. Mai in Düsseldorf wird die Ausschüttung einer Dividende von 1,10 Euro je Aktie vorgeschlagen. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,98 (nach 1,16) Euro.

Die Börse reagierte verhalten auf die Zahlen. Im Gleichschritt mit anderen Chemiewerten gaben Degussa leicht auf 31,60 Euro nach. Dabei hatte WGZ-Bank-Analyst Andreas Theissen die Bilanz für das Geschäftsjahr 2000 zum Anlass genommen, seine Einstufung der Aktie als "Outperformer" zu bestätigen. Da jedoch hohe Firmenwert-Abschreibungen ebenso wie eine höhere Steuerquote die Gewinnentwicklung in den nächsten Jahren belasteten, sei eine Herabstufung des Titels denkbar, fügte Theissen hinzu.

Felcht dagegen erwartet von 2003 an jährliche Ergebnisverbesserungen von 300 Mill. Euro. In puncto Rendite will er in die internationale Spitze vorstoßen. In drei Jahren will der Degussa-Chef eine Verzinsung auf das eingesetzte Kapital (Roce) von 14 % erreichen; derzeit liegt sie im Konzern bei 10,2 % und im Kerngeschäft bei 9,8 %. Auch die Ebitda-Marge (vor allen Abschreibungen) soll sich deutlich von 13,3 % auf 20 % verbessern.

Das mit der Fusion geplante Desinvestitionsprogramm mit klarem Fokus auf Spezialchemie will Felcht bis spätestens Ende 2002 abarbeiten. Es soll Erlöse von 3 Mrd. Euro erbringen, die dann in den Ausbau der Kerngeschäfte reinvestiert werden sollen. Nach der gerade von der EU-Kommission in Brüssel genehmigten Übernahme der britischen Laporte stecke aber keine größere Akquisition mehr in der Pipeline. Allerdings sei Degussa an der Bayer-Tochter Haarmann & Reimer interessiert, die das Aroma-Geschäft auf Weltniveau bringen könne.

Nach Felchts Aussagen umfasst das Verkaufsprogramm nun einen Umsatz von 6 Mrd. Euro. Bisher war nur von 4,9 Mrd. Euro die Rede gewesen. Allein in diesem Jahr sollen 3 bis 4 Mrd. Euro Umsatz abgegeben werden. Auf der Verkaufsliste ganz oben stehen DMC und Dental. Dabei soll für DMC die Lösung noch im Frühjahr gefunden werden. Die Verhandlungen mit industriellen und Finanz-Investoren laufen. Aber auch das Thema Börsengang sei noch nicht vom Tisch.

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