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Der neue Mann bei Google

Von wegen, Internet-Unternehmen bekommen keine guten Top-Manager. Die Suchmaschine Google beweist das Gegenteil: Der ehemalige Novell-Boss will Unternehmen die Google-Technik schmackhaft machen.

DÜSSELDORF. Eric Schmidt zu beindrucken ist nicht leicht - dafür hat er schon zu viel erlebt. In den renommierten Laboren des Kopierer-Riesen Xerox machte er sich einen Namen als Forscher, seine ersten Managersporen verdiente er sich als Technik-Vorstand des Server-Spezialisten Sun Microsystems.

Doch seinen Ruf als einer der Top-Manager des Silicon Valley erwarb der für US-Verhältnisse zurückhaltende Schmidt beim Netzwerk-Konzern Novell. Als er dort 1997 den CEO-Posten antrat, hatte das Unternehmen gerade sein Fast-Monopol im Bereich lokaler Netzwerke (LAN) verspielt und lieferte sich einen Kleinkrieg mit Microsoft, der nur in die Niederlage führen konnte. Nicht einmal zwei Jahre später hatte Schmidt Novell auf das Internet getrimmt und zurück in die schwarzen Zahlen gebracht.

Doch er selbst sagt: "Ich bin ein Techniker." Und deshalb übergab er nach der Fusion mit der IT-Beratung Cambridge Technology Partners (CATP) das Zepter bei Novell an den CATP-Boss Jack Messman.

"Ich hoffe, das lässt mir mehr Zeit für andere interessante Unternehmen im Valley", sagte Schmidt damals im Gespräch mit dem Branchenblatt "Business 2.0". Die Suchmaschine Google ist für ihn mehr als interessant: "Die Technologie hat mich beeindruckt." Und deshalb übernahm er am zu Wochenbeginn die Führung des nicht-börsennotierten Unternehmens. Schon im Frühjahr hatte er sich mit einer angeblich rund 1,5 Mill. $ beteiligt und den Vorsitz des Aufsichtsrats übernommen.

50 Millionen Besucher zählt Google monatlich, werbebannerüberreizte Surfer lieben nicht nur die einzigartige Suchtsystematik, sondern auch das puristische weiße Design. Primäres Ziel Schmidts wird es aber nicht sein, die Zahl der privaten Nutzer zu steigern: Mit seinem Ruf und seinen Kontakten wird er versuchen, die Google-Software an Unternehmen zu verkaufen. Die könnten beispielsweise ihre Wissensmanagement-Systeme verbessern oder ihre Datenbestände durchforsten. Wenn das gelingt, könnte Schmidt recht haben mit dem, was er zu Beginn des Jahres sagte: "Google ist das Beispiel für ein erfolgreiches Dotcom."

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