Der Neue Markt markiert ein weiteres Allzeittief
Kinowelt-Aktionäre rechnen mit einem schlechtem Ergebnis

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Bevor die Münchener Kinowelt morgen ihre vorläufigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr präsentiert, gab es im Vorfeld reichlich Spekulationen darüber, wie diese wohl ausfallen würden. Bei einem Großteil der Anleger ging dabei schon vor dem offiziellen Teil der Daumen nach unten. Die Kinowelt-Aktie verlor heute noch einmal über 18 % und fiel auf auf ein neues Allzeittief von 8,40 Euro, nachdem sie bereits am Mittwoch über 20 % abgab.

FRANKFURT/M. Wohlgesonnene Naturen mögen nun einwenden, dass auch der gesamte Neue Markt erneut einbrach. Der Nemax verlor bis zum Abend um 6,71 % auf 1593,40 Punkte, der Nemax 50 gab um 7,77 % auf 1428,20 Punkte ab, doch mag das nur bedingt als Erklärung dienen. Die Analysten von SES Research rechnen für morgen damit, dass die Umsatz- und Ergebnisprognosen nach unten revidiert werden. Vor allem auf der Ergebnisseite erwarten sie einen deutlichen Negativ-Effekt. Dazu trage auch der Trend bei den Fernsehsendern bei, immer mehr kostengünstigere Programme selbst zu produzieren. Dadurch sei der Bereich Lizenzhandel bedroht.

Verbessert habe sich nach Meinung der Analysten in den letzten Monaten allerdings die angespannte Liquiditätslage. Grund sei der Verkauf von Aktienanteilen, der der Kinowelt insgesamt 105 Mill. Euro in die Kasse spülte. Das Thema Kinowelt wird morgen sicherlich den Handel beherrschen, hieß es bereits heute auf dem Parkett.

Zu den beherrschenden Themen dort gehörte heute die Telesens-Aktie. Dabei zeigte sich wieder einmal deutlich der Trend, dass der Markt gegenwärtig nichts auf Zukunftsprognosen gibt, sondern lediglich auf greifbare Fakten schaut. Die hießen bei dem Kölner Anbieter von Abrechnungsdiensten für Telekomdienste: Einem Umsatz von 82,5 Mill. DM steht ein Minus beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 30,7 Mill. DM gegenüber. Die Telesens-Aktie fiel darauf um 21,5 % auf 11,30 Euro. Da nützte es auch nichts, dass im vierten Quartal 2000 bereits ein halbes Jahr vor der ursprünglichen Planung schwarze Zahlen geschrieben wurden. Auch nützte es nichts, dass das Umsatzziel für 2001 von 161 auf 351 Mill. DM und für 2002 von 351 auf 495 Mill. DM hochgeschraubt wurde. Honoriert wurde das Hier und Jetzt.

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