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Der Neue Markt schließt behauptet

Der Frankfurter Neue Markt hat nach richtungslosem Handel die Sitzung zum Wochenausklang behauptet beendet. Die erfreulichen US-Zahlen und der freundlichen Nasdaq boten dabei einige Unterstützung.

Reuters FRANKFURT. Die Intervention der EZB hat Händlern zufolge keinerlei Einfluss auf die Kurse genommen. Der alle Werte des Segments umfassenden Nemax-All-Share-Index lag am Abend 0,2 % im Plus bei 4334,24 Zählern. Der Nemax-50 der wichtigsten Werte des Segments stieg ebenfalls um 0,2 % auf 4681,58 Zähler.

Die am Mittag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten hätten die Zinsängste etwas verringert, sagten Händler. Das Aufwärtspotenzial bleibe allerdings gering. Verantwortlich hierfür seien vor allem die schlechten Nachrichten der vergangenen Wochen, hieß es. Man habe das Gefühl, am Neuen Markt seien lediglich "Nepper, Schlepper, Bauernfänger" unterwegs, kritisierte ein Marktbeobachter.

Aus diesem Grund hätten sich die Käufe auf einige ausgewählte Titel beschränkt. Diese wiederum seien aber schon relativ hoch bewertet. Aus diesem Grund rechne er damit, dass sich der Nemax All Share mittelfristig in einem Korridor zwischen 4260 und 4460 Punkten bewegen werde. Sein Münchener Kollege blickte etwas optimistischer in die Zukunft. Er sehe bis zum Jahresende ein Aufwärtspotenzial bis auf 5000 Punkte, sagte er.

Die Intervention der EZB nannte ein Börsianer einen "Schuss in den Ofen". Die US-Konjunkturdaten deuteten auf eine Abschwächung des Aufschwungs hin, während gleichzeitig die europäische Wirtschaft unverändert gut wachse. Diese Entwicklung allein sei schon positiv für den Euro. Die EZB habe diese Dynamik noch verstärken wollen und auf zusätzliche Deckungskäufe gehofft. Damit habe sie sich gründlich verspekuliert. Ein weiterer Kritikpunkt war die Tatsache, dass der Eingriff in die Devisenmärkte ohne Unterstützung der amerikanischen und japanischen Notenbanken geschehen sei.

Im Mittelpunkt des Interesses standen Teamwork. Der Software-Hersteller hatte am Donnerstag seine Zahlungsunfähigkeit bekannt gegeben. Daraufhin wurden die Aktien bis auf weiteres von Handel ausgesetzt. Am Freitag wurde Unternehmensangaben zufolge die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Am Abend hatte Teamwork ihre Umsatzerwartung für 2000 nach unten revidiert. Das Unternehmen rechnet eigenen Angaben zufolge für das laufende Jahr mit einem Verlust vor Steuern und Zinsen von 22 Mill. DM. Der Umsatz dürfte mit 48 Mill. DM hinter den Zielsetzungen zurückbleiben.

Consors zählte zu den Verlierern Zu den Verlierern gehörte unter anderem das Schwergewicht Consors , das um 4,9 % auf 83,00 Euro abgab. Händler machten den verschärften Wettbewerb und einen absehbaren Preiskampf für die Verluste verantwortlich. Die kräftigsten Verluste verbuchten ADS Systeme, die um 13,6 % auf 9,25 Euro einbrachen. Händler konnten keine fundamentalen Gründe für den Einbruch ausmachen.

Ganz oben auf der Einkaufsliste standen Realtech. Die Aktie stieg um 20,1 % auf 16,76 Euro, nachdem sie am Dienstag mit 12,50 Euro ein Jahrestief markiert hatte. Zulegen konnten auch Halbleiter-Werte Elmos und Dialog, die Händlern zufolge von der optimistischen Umsatzprognose von Intel profitierten. Die Papiere stiegen um 12,1 % auf 44,92 Euro beziehungsweise 10,4 % auf 34,00 Euro. Jumptec zogen nach der Aufnahme in das Musterdepot des Börseninformationsdienstes "Platow Brief" um fünf Prozent auf 21,00 Euro.

Dica haben aufgrund des schlechten Marktumfeldes am Freitag ihren Börsengang abgesagt. Solutions 42 werden eigenen Angaben zufolge vom amerikanischen Software-Hersteller Portal Software übernommen und verzichten daher auf die Notierung ihrer Aktien am Neuen Markt.

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