Der parteilose Ex-Energiemanager soll über seine Rückkehr in die Industrie nachdenken
Werner Müller als RWE-Chef im Gespräch

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) wird erneut für einen führenden Posten in der Industrie ins Gespräch gebracht. Nach einem Bericht des "Stern" soll sich der frühere Energiemanager jetzt für den Vorstandsvorsitz der RWE AG interessieren. Der amtierende RWE-Chef Dietmar Kuhnt tritt Ende des Jahres in den Ruhestand.

gof BERLIN. Der Energiekonzern lehnte am Mittwoch eine Aussage mit der Begründung ab, dass man zu "Spekulationen" keine Stellung beziehe. Die Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte, dass Müller nicht aus seinem Amt ausscheiden wolle. Für die Zeit nach der Bundestagswahl am 22. September habe der Minister jedoch "keine konkreten Pläne".

Die Entscheidung über die Nachfolge von Kuhnt an der Unternehmensspitze will der RWE-Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Ex- WestLB-Chef Friedel Neuber in den nächsten Wochen fällen. Dabei spielen politische Überlegungen durchaus eine Rolle. Im Aufsichtsrat sind die Gewerkschaftschefs von Verdi und IGBCE, Frank Bsirske und Dieter Südhofer, ebenso vertreten wie die als Aktionäre beteiligten Kommunen im SPD-regierten Nordrhein-Westfalen.

In Berliner SPD-Kreisen wird darauf verwiesen, dass Müller wegen seiner Erfahrungen als Wirtschaftsminister, seiner guten Kontakte zu Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie wegen seiner Kenntnisse der Energiebranche "gute Chancen" besitze und auf die Unterstützung der SPD hoffen könne. Man gehe jedoch davon aus, dass er noch bis zur Wahl im Amt bleibe.

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