Der Rekordnationalspieler trainiert Ungarns Fußballer

Die Marke Matthäus soll seriös werden

Es ist erstaunlich, wie der bekannteste aller Franken mit dem Wechsel auf die Trainerbank von Ungarns Nationalmannschaft in ungeahnter Geschwindigkeit die Wandlung vom gedemütigten Anfänger zum erfolgreichen Trainer vollziehen könnte.
  • Armin Lehmann (Handelsblatt)
Lothar Matthäus soll Ungarns Fußballer zu alter Stärke führen. Foto: dpa

Lothar Matthäus soll Ungarns Fußballer zu alter Stärke führen. Foto: dpa

BERLIN. Georg Stangassinger stand vor einem großen, hübsch geschmückten Weihnachtsbaum und freute sich. "Schön kuschlig ist es hier, heimelig, aber sehr gediegen." Sprach's ins Handy und verschwand im Hotel Kempinski im Herzen Budapests. Es weihnachtete schon sehr, als der Berater von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus wenig später, gegen 12 Uhr mittags, zusah, wie sein Schützling vom ungarischen Fußball-Verband zum neuen Nationaltrainer gekürt wurde.

Am Tag zuvor hatte Matthäus sein letztes Spiel als Trainer bei Partizan Belgrad gewonnen, 1:0 im Lokalderby gegen Zeleznik. Danach hatte er der Mannschaft und dem Präsidium verkündet, dass er fortan größere Ziele zu erreichen gedenke. "Ein großes Geheule", habe es da gegeben, berichtete Stangassinger, "weil man in Belgrad schon weiß, was man an dem Lothar verliert". In der Tat weinte die Belgrader Presse am Sonntag mehr als sie schimpfte. Von Verrat war keine Rede. Da waren ein Team und sein Anhang offensichtlich ehrlich bestürzt.

Das hat Lothar Matthäus auch schon anders erlebt. Es ist deshalb erstaunlich, wie der bekannteste aller Franken in ungeahnter Geschwindigkeit die Wandlung vom gedemütigten Anfänger zum erfolgreichen Trainer vollziehen könnte. Und wie offenbar die Seriösmachung der Marke Matthäus, die sich Stangassinger zum Ziel gesetzt hat, allmählich voran kommt.

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