Der Schauspieler fand seinen Schwung: Jan Josef Liefers spielt Golf mit Lust.
Unsittliches Angebot

Jan Josef Liefers avancierte vom gelernten Tischler, der in der Semper-Oper die Kulissen zimmerte, zum deutschen Filmstar. Zwischen "Tatort" und dem "Wunder von Lengede" entspannt sich Liefers auf seine Weise - und spielt Golf.

Es sind diese elend langen Tage, die nie zu Ende gehen wollen und die einem Schauspieler beim Filmdreh den letzten Nerv rauben und ihn auf dumme Gedanken bringen. Ungefähr so passierte es Jan Josef Liefers vor fünf Jahren. "Wir waren gerade mitten in einem Dreh, als mir unser Regieassistent ein unsittliches Angebot machte", erinnert sich der Schauspieler, der in wenigen Tagen für seine Hauptrolle im Fernseh-Zweiteiler "Das Wunder von Lengede" mit dem renommierten Grimme- Preis ausgezeichnet wird.

Unsittlich? Angebot? Golf.

Ob er einmal mit zum Golfspielen wolle, lautete die verwegene Frage des Kollegen. Liefers wollte zwar, man ist schließlich kollegial, aber das Eisen hätte er am liebsten in die Ecke geschleudert. "Ich habe an diesem Nachmittag mindestens 140 Bälle geschlagen, und die flogen überall hin, nur nicht dahin, wohin sie sollten." Scheiß Golf! Vergiss es! Jedenfalls so lange, bis er dann doch, so urplötzlich wie unerklärlich, den richtigen Schwung heraushat und den kleinen, weißen Ball zum ersten Mal richtig trifft. "Das war die Initialzündung. Der Ball flog in diesem Moment, wie ein Golfball einfach fliegen muss. Schön hoch, schön weit, schön gerade", freut sich Liefers noch heute.

Zur unerwarteten Lust am Golfen fand Jan Josef Liefers zu einer Zeit, als er beruflich von Höhepunkt zu Höhepunkt eilte. Der 39-jährige Frauenliebling aus Dresden katapultierte sich mit seinen Kinohits "Rossini" und "Knockin? on Heaven?s Door" in den 90er-Jahren in die erste Liga des deutschen Films.

Doch übermäßiger Ehrgeiz trieb ihn nicht zu diesen schauspielerischen Glanztaten. Der gehörte auch im Sport nie zu den herausragenden Eigenschaften des Charakterdarstellers. "Immer wenn im Sport das spielerische Element von der Forderung nach Höchstleistung verdrängt wurde, habe ich Schluss gemacht." Zum Beispiel als talentierter Jugendfußballer bei Dynamo Dresden: "Zweimal Training fand ich in Ordnung, als es dann viermal zum Kicken gehen sollte, habe ich die Fußballschuhe in die Ecke geworfen."

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