Der Schongang
Fahr schon mal vor

David Moncoutie ist ein höflicher junger Mann, bescheiden und ein wenig schüchtern. Also ein Sympathieträger. Außerdem ist er Franzose. Und deshalb war der Jubel riesengroß, als Moncoutie nach 164 Kilometern in Figeac als Erster über die Ziellinie rollte und damit die elfte Etappe der Tour de France gewann. Und alle freuten sich: Die französischen Fans, die Tour-Organisatoren und die Mannschaftsleitung seines Teams Cofidis. Figeac liegt nur ein paar Kilometer von Moncouties Heimatort Bretenoux entfernt. Am Mitwoch hatte schon Richard Virenque gewonnen, auch ein Franzose. Es passt also alles für die einheimischen Fans. Und es war ein souveräner Sieg. 2:14 Minuten lag Moncoutie schließlich vor den Spaniern Juan Antonio Flecha, der auf Platz zwei kam, und Egoi Martinez. Nach 50 Kilometern hatte sich das Trio vom Feld gelöst, aber niemand reagierte. Weshalb denn auch? Doch nicht wegen drei Fahrern, die in der Gesamtwertung keine Rolle spielen. Dafür lohnte sich eine Aufholjagd bei großer Hitze nicht. Neun Kilometer vor dem Ziel zog dann Moncoutie allein davon.
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HB FIGEAC. Für Cofidis ist der Sieg besonders bedeutsam. Das Team, eine der etablierteren französischen Mannschaften, muss sein Image verbessern. Cofidis wurde in den vergangenen Wochen von einer Doping-Affäre geplagt, in deren Zug unter anderem der Weltmeister David Millar die Einnahme von Epo zugegeben hatte. Moncoutie war einer der wenigen Fahrer der Mannschaft, die nicht unter Betrugsverdacht standen. Und so wird sein Sieg als Zeichen der Hoffnung gewertet - für seine Mannschaft, für die Tour und für den französischen Radsport.

Dazu passt es, das der junge Elsässer Thomas Voeckler vom Team Brioches La Boulangerie erneut sein Gelbes Trikot verteidigte. Und Erik Zabel? Der 34-Jährige wurde im Sprint des Hauptfeldes Zweiter hinter dem Norweger Thor Hushovd und schob sich damit bis auf neun Punkte an das Grüne Trikot heran. Das trägt der Australier Robbie McEwen, der direkt hinter Zabel ins Ziel kam.

Jan Ullrich und Lance Armstrong hielten sich zurück. Doch damit wird von heute an Schluss sein. Denn jetzt geht es in die Pyrenäen. Ullrich und Armstrong liegen weiterhin 55 Sekunden auseinander. Für einen Angriff sei es noch zu früh gewesen, sagte Ullrich: "Obwohl das heute mein Wetter war, interessiere ich mich mehr für die Rotweine dieser Region." Er hätte sich aber fast für die Rinder dieser Gegend interessieren müssen. Denn bei Kilometer 120 mischte sich plötzlich zehn Wiederkäuer unter das Hauptfeld. Ein aufmerksamer Fans verhinderte dann, dass ein panisches Rind einen Radprofi auf die Hörner nahm. Er nahm die nicht teilnahmeberechtigten Tiere aus dem Rennen. Wagemutig lotste er sie in einen Feldweg.

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