Der Sender zeigt das Spitzenspiel Bonn – Berlin
Premiere geht auf Korbjagd

Entgegen einer landläufigen Meinung braucht man nicht für alle geschäftlichen Beziehungen einen Vertrag. Zumindest nicht am Anfang. Im Basketball jedenfalls wird am Samstag erstmals der Bezahlsender Premiere das Spitzenspiel Telekom Baskets Bonn gegen Alba Berlin (18.30 Uhr) übertragen, obwohl zwischen der Basketball-Bundesliga und dem Fernsehsender noch keine schriftliche Vereinbarung existiert.

BERLIN. "Es sieht so aus, als ob das Spiel auch ohne Vertragsunterschrift übertragen wird", sagt Walter Pütz, Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft Bundesliga. Premieres Pressesprecher Dietrich Wöstehoff bestätigt das. "Wir übertragen auf jeden Fall, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren." Zwar gebe es noch keinen Vertrag, aber Wöstehoff sagt: "Wir haben einen Deal."

Beide Seiten hoffen zwar noch, dass ihre Zusammenarbeit vor dem ersten Sprungball schriftlich fixiert sein wird. Allerdings sagt der BBL-Geschäftsführer Otto Reintjes: "Ich weiß nicht, ob wir das bis Samstag noch hinkriegen." Er hat nach dreiwöchiger Krankheit die Verhandlungen mit dem Fernsehsender von Walter Pütz übernommen.

Im September nutzte der Fernsehender DSF eine Option, um aus seinem laufenden Vertrag mit der Bundesliga auszusteigen. Seit mindestens zwei Monaten verhandelt die Liga mit Premiere. Beide Seiten haben sich immer noch nicht geeinigt, obwohl der Vertragsrahmen seit längerem feststeht. 65 Livespiele pro Saison garantiert Premiere, zudem dürfen bis zu fünf Spiele auch auf anderen Sendern wie TV Berlin live gezeigt werden. Dieser Sender überträgt in dieser Saison live alle Heimspiele von Alba Berlin im Uleb-Cup sowie ausgewählte Auswärtsspiele.

In der aktuellen Programmzeitschrift von Premiere ist eine Liveübertragung des Spitzenspiels zwischen dem Tabellenersten Bonn und dem Zweitplatzierten Berlin bereits angekündigt. Warum verzögert sich dennoch der Vertragsabschluss? "Die Vereine schätzen die Fernsehsituation unterschiedlich ein", sagt Reintjes. "es geht darum, welche Rechte Premiere bis ins kleinste Detail bekommt." Zuletzt stritten die Beteiligten um die Präsenz des Senders in den Hallen, um Bandenwerbung und ähnliches. Reintjes ist an das Votum der Bundesliga-Manager aus der Arbeitsgemeinschaft gebunden. Diese wirkt zerstritten. Ein Vereinsmanager, der ungenannt bleibt, sagte der Zeitschrift "Sponsors": "Entweder schafft die BBL in dieser Saison die Wende oder das Kapitel könnte erledigt sein."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%