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Der "Siegerpfeil" MP 4-19B soll Schumacher stoppenDPA-Datum: 2004-07-22 12:21:04

Hockenheim (dpa) - Vom verspotteten «Schrottpfeil» zum potenziellen Siegerpfeil: Mclaren-Mercedes ist mit dem MP 4-19B nach dem Flop mit dem Vorgängermodell offensichtlich ein Quantensprung gelungen.

Hockenheim (dpa) - Vom verspotteten «Schrottpfeil» zum potenziellen Siegerpfeil: Mclaren-Mercedes ist mit dem MP 4-19B nach dem Flop mit dem Vorgängermodell offensichtlich ein Quantensprung gelungen.

Seit Kimi Raikkönens zweitem Platz von Silverstone gelten der neue Silberpfeil und seine Chauffeure als die einzige Kombination, die den Durchmarsch von Michael Schumacher und Ferrari zum siebten Formel-1-Weltmeistertitel wenigstens etwas verzögern könnte. «Wir fahren weder als Favoriten noch als Favoritenschreck nach Hockenheim», wies jedoch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug im dpa-Gespräch Erwartungen zurück, das britisch-schwäbische Team könne Schumachers Solofahrten plötzlich stoppen.

Stoppen konnte Mclaren-Mercedes mit dem MP 4-19B aber seine Talfahrt. Kimi Räikkönen und David Coulthard holten mit dem neuen Boliden in zwei Rennen beinahe so viele Punkte (15) wie in neun Grand Prix zuvor (17). «Der MP 4-19B ist ein rundum besseres Auto», erklärte Haug. Auf eine Renndistanz hoch gerechnet liege die Steigerung gegenüber dem Vorgängermodell bei ein bis zwei Prozent. Dies sind in der stets am Limit operierenden Königsklasse Welten. «Wir hatten Probleme mit der Zuverlässigkeit und dem Speed», räumte der Mercedes-Mann ein, dass es beim MP 4-19 an allen Ecken und Enden gehakt hatte. «Die haben wir abgestellt.» Der Zusatz «B» steht also wirklich für «Besser».

Schlechter konnte es allerdings auch kaum noch kommen: Sechs Motorschäden, weitere technisch bedingte Ausfälle, Überrundungen und nur drei Platzierungen in den hinteren Punkterängen bei bescheidenen sechs Zielankünften mit zwei Rennwagen in den ersten sieben Grand Prix lautete die niederschmetternde Bilanz für das als Titelanwärter gehandelte Team. «Da haben wir nicht geleistet, was von einem ambitionierten Weltmeister-Team erwartet werden kann», sagte Haug. «So Durchhänger wollen wir nie mehr erleben.»

Mit der Pole-Position und Platz zwei durch Räikkönen beim britischen Heimrennen erfüllten sich nach langer Durststrecke endlich die hoch gesteckten Erwartungen. Laut Teamchef Ron Dennis wäre in Silverstone bei Hitze sogar ein Sieg möglich gewesen. Für Hockenheim rechnet sich der Brite angesichts der prognostizierten Saunatemperaturen Chancen aus, Ferrari zu schlagen, zumal ein neues Aerodynamik-Paket eine weitere Steigerung verspricht.

Haug hält sich vor dem zweiten Heimrennen innerhalb von 14 Tagen mit vollmundigen Ankündigungen wie immer zurück. «Wir wollen in Hockenheim unsere Leistung von Silverstone stabilisieren und die für uns maximal erreichbare Punktzahl holen», sagte er, ohne zu beziffern, wie hoch diese ist. «Gewinnen ist natürlich immer unser Ziel.»

Für einen Sieg wäre es laut Räikkönen auch wieder höchste Zeit. Immerhin liegt der letzte Erfolg eines Mclaren-Mercedes-Piloten 16 Monate zurück: Der Finne gewann am 23. März 2003 in Malaysia seinen bislang einzigen Grand Prix. Coulthard wartet zwei Wochen länger auf seinen nächsten Sieg. «Ich will in dieser Saison wenigstens noch einen Grand Prix gewinnen», sagte Räikkönen. Am liebsten würde der 24-Jährige im «Schumi-Land» feiern.

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