Der Stahlkonzern habe unter dem hohen britischen Pfundkurs gelitten
Stahlkonzern Corus streicht 6 000 Stellen

Reuters LONDON. Der britisch-niederländische Stahlkonzern Corus Group plant nach eigenen Angaben im Rahmen eines Restrukturierungsprogramms mehr als 6 000 Arbeitsplätze in Grossbritannien zu streichen. "Dies ist ein trauriger Tag für uns," sagte der Chairman des Konzerns Brian Moffat Journalisten am Donnerstag. Durch den Arbeitsplatzabbau werde die Arbeitnehmerschaft im Land auf 22 000 zurück gehen. Nach Angaben des Konzerns ist auch die Stilllegung zweier Anlagen Teil des Programms. Durch die Maßnahmen würden Produktionskapazitäten im Volumen von drei Mill. Tonnen Stahl wegfallen, hieß es. Auf Grund seiner hohen Exporteinnahmen ist Corus eines der Unternehmen, die in der jüngsten Zeit stark unter dem hohen britischen Pfundkurs gelitten hatten.

Der Umfang des geplanten Stellenabbaus ist der größte in der britischen Stahlbranche, nachdem vor zehn Jahren British Steel sein Hauptwerk in Schottland geschlossen und 7 000 Arbeitsplätze gestrichen hatte. Für die Labor-Regierung, die bereits durch den massiven Arbeitsplatzabbau in der Automobilindustrie und im Werftbau unter Druck steht, könnte dies nach Ansicht von Experten den Verlust wertvoller Stimmen bei den geplanten Parlamentswahlen im Mai bedeuten. "Dies ist ein Schlag in den Rücken der Arbeitnehmerschaft und für die umgebenden Ortschaften," sagte der Generalsekretär der Stahlgewerkschaft ISTC Michael Leahy.

Börse reagiert mit Kursgewinnen

Die Börsen regierten auf die Ankündigung indes mit kräftigen Kursgewinnen für die Corus-Aktie. Bis zum Nachmittag legten Corus an den Börsen in London und Amsterdam über zehn Prozent zu. Corus war 1999 aus dem Zusammenschluss der British Steel mit dem niederländischen Stahlkonzern Hoogovens hervorgegangen.

In den vergangenen 18 Monaten hatte Corus bereits 4 700 Arbeitsplätze abgebaut. Moffat sagte ferner, ab dem kommenden Jahr werde der Konzern nun wesentlich besser dastehen. Eine Garantie, dass mit den Maßnahme der Arbeitsplatzabbau abgeschlossen sei, gab Moffat nicht. "Ich kann für keines unserer Geschäfte in der Zukunft garantieren," sagte der Corus-Chairman.

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