Der steigende Ölpreis drückte das Kurzniveau
Euro-Renten fallen mit Euro zurück

Die europäischen Rentenmärkte haben am Mittwoch in der Schlussphase des Geschäfts unter dem Einfluss des wieder schwächeren Euro einen großen Teil ihrer im Tagesverlauf erzielten Gewinne wieder abgegeben.

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Rentenmärkte haben am Mittwoch in der Schlussphase des Geschäfts unter dem Einfluss des wieder schwächeren Euro einen großen Teil ihrer im Tagesverlauf erzielten Gewinne wieder abgegeben. Händlern zufolge drückten auch die erneut steigenden Ölpreise das Kursniveau - vor allem am langen Ende. Im Verlauf habe der Markt überwiegend von den anhaltend schwachen Aktienmärkten profitiert. Keine Reaktion habe der Markt auf Äußerungen von Finanzminister Hans Eichel zum deutschen Stabilitätsprogramm sowie anderer Währungspolitiker aus der Euro-Zone zum Euro und der Preisentwicklung gezeigt.

Der Bund-Future ging mit einem Plus von sieben Ticks bei 105,65 Punkten aus dem Markt, nachdem er am frühen Nachmittag mit 20 Ticks im Plus bei 105,78 Zählern gelegen hatte. Der Bobl-Future verbesserte sich um 14 Ticks auf 103,78 Punkte. Der Schatz-Future legte sechs Ticks auf 101,61 Punkte zu. Die zehnjährige Bundesanleihe Juli 2010 notierte wie zur Kasse mit 100,39 %. Sie rentierte auf diesem Niveau mit 5,195 %. Der Rex-Rentenindex gewann 0,15 % auf 110,3124 Punkte. Der Euro wurde gegen 19.15 Uhr MESZ mit 0,8693/95 $ gehandelt.

Die erneuten Einbußen des Euros begründeten Händler mit nach wie vor mangelndem Vertrauen in die Gemeinschaftswährung. Zwar hätten Spekulationen über die möglichen Auswirkungen der Schwäche der US-Aktienmärkte auf die amerikanische Konjunktur die Währung zunächst gestützt. Doch ließen ausbleibende Anschlusskäufe den Kurs im Verlauf wieder unter 0,87 $ abgleiten.

Angesichts zahlreicher Gewinnwarnungen amerikanischer Unternehmen begännen sich die Märkte zu fragen, wie lange ausländische Anleger noch in US-Werte investierten, wenn sie dabei oft Verlust machten, sagte ein Händler. Die Anleger verkauften deshalb zwar Dollar gegen andere Währungen, sagte John Hazelton von der PNC Bank in Pittsburgh. "Sie tun es, aber nicht gegen Euro, zumindest jetzt noch nicht," fügte er hinzu.

Dämpfend auf die Kurse haben nach Angaben von Händlern auch die wieder steigenden Ölpreise gewirkt. Erneut sinkende Vorräte in den USA, angekündigte neue Kältewellen in Nordamerika und der anhaltende Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern hatten die Ölpreise am Mittwoch in Richtung ihre Zehnjahreshochs getrieben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der marktführenden Nordseesorte Brent im November-Kontrakt war dabei in der Spitze bis auf 32,69 $ geklettert.

Finanzminister Eichel hatte am Mittwoch im Bundestag gesagt: "Wenn der Ölpreis auf Dauer auf dem derzeit höheren Niveau bleibt, könnte das einen Bremseffekt auf die Konjunkturentwicklung haben". EZB-Ratsmiglied Tommaso Padoa-Schioppa sagte, die Europäische Zentralbank (EZB) treffe ihre Zinsentscheidungen nicht auf Grundlage der aktuellen Inflation, die derzeit durch die hohen Ölpreise verzerrt sei.

Nach Einschätzung des französischen Finanzministers Laurent Fabius würde eine anhaltende Euro-Schwäche das Wachstum behindern. "Im Moment sehen wir, dass die relative Schwäche des Euros negative Auswirkungen auf die Preise hat", sagte Fabius am Mittwoch in Paris. "Wenn wir daher den Weg eines schwache Euros weiter verfolgen, würde dies unser Wirtschaftswachstum schwächen und die Inflation beschleunigen", fügte er hinzu.

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