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Der "Stern" bloggt

Morgen wird der "Stern" mit einer großen Weblog-Geschichte erscheinen. Passend dazu schreiben jetzt auch einige Redakteure Online-Journale. Leider zeigen die Kollegen, wie schwer es für deutsche Journalisten ist, das Wort "Ich" zu verwenden.

Morgen wird der "Stern" mit einer großen Weblog-Geschichte erscheinen. Passend dazu schreiben jetzt auch einige Redakteure Online-Journale. Leider zeigen die Kollegen, wie schwer es für deutsche Journalisten ist, das Wort "Ich" zu verwenden.

Vielleicht enttäuscht es mich so, weil es der "Stern" ist. Ein Blatt, das ich gern am Wochenende lese. Sicher, die Weblogs der "Süddeutschen" sind nicht toll, die vom "Tagesspiegel" auch nicht. Aber der "Stern" hat so viele gute Schreiber - da muss doch was gutes rauskommen, oder?

Tut es leider bisher nicht. Unter www.stern.de/blogs schreiben sich diverse Redakteure bereits warm. Doch wenn morgen tausende sich die Seite anschauen, besteht die Gefahr einer Langeweilezerrung. Es genügt eben nicht, normale Nachrichtengeschichten einfach zu kommentieren. Erst recht nicht, wenn mal eine Geschmacksverirrung reinrutscht, wie die Frage, ob Schönhuber die Wahl in Dresden angesichts seines Alters noch erlebt. Oder Kuno Kruse die Schmalzkeule rausholt, wenn er über das verhungerte Mädchen Jessica schreibt:

"Wenn die Mutter, die ihre siebenjährige Tochter Jessica in einer Hamburger Wohnung verhungern ließ, in die Augen ihres Kindes gesehen hat, so muß sie in die eingefallenen Augen einer Greisin gesehen haben. Wie kann eine Mutter einen Anblick aushalten, den wir nicht einmal als Foto in einer Zeitung ertragen?"

Vermutlich hat er selbst auch gleich kommentiert:

"Das Verbrechen scheint so grell, dass ein Bemühen um Begreifen und Verständnis, wie ein Wegschauen ist. Die Sonne schien auf mein Gesicht, während meine Augen Jessicas Dunkelheit übersahen."

Einzig

Sven Stillichs Gedanken über den Wahl-Spot mit den Spielern des HSV

- einem der Clu bs mit der höchsten Ausländeranteile der Bundesliga - ist ein wenig persönlich gehalten und ein wenig zum schmunzeln.

Wie schön wäre es, sich mit Journalisten per Blogg mal über den Redaktionsalltag auszutauschen, selbst ein kleiner Debattenkrieg wäre ja nett. Aber so sind die Weblogs des "Stern" vorerst nichts anderes als schön geschriebene Artikel im Internet.

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