Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz sank um 1,5 % auf 4 725,12 Punkte
Europäische Börsen präsentieren sich schwächer

Die europäischen Börsen haben sich am Mittwoch schwächer präsentiert. Einbußen erlitten vor allem die Technologiewerte nach negativen Vorgaben der Nasdaq und einer Gewinnwarnung des niederländischen IT-Unternehmens Getronics.

Reuters FRANKFURT. Von den US-Börsen würden bis zum voraussichtlichen Ergebnis der US-Präsidenten-Wahlen am Montag keine positiven Impulse erwartet, sagte ein Händler. Investoren hielten sich angesichts der anhaltend hohen Volatilität der Märkte zurück, hieß es weiter.

Der technologielastige Nasdaq-Index hatte am Dienstag um 0,15 % auf 2 871,45 Punkte nachgegeben. Dagegen hatte der Dow Jones mit einem Plus von 0,3 % bei 1 0494,5 Zählern geschlossen. Der Dezember-S&P-Futures deutet mit einem Minus von 12,5 Punkten auf 1 343,1 Zähler auf eine schwache Eröffnung der Wall Street hin.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz sank um 1,5 % auf 4 725,12 Punkte. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gab um 1,67 % auf 4 812 Punkte nach.



London - Kräftige Verluste bei Tech-Werten

An der Londoner Börse haben die Aktienkurse im Laufe des Mittwochvormittags deutlich nachgegeben. Der FTSE lag gegen Mittag 1,73 % im Minus bei 6 271,8 Punkten. Händler führten die Schwäche auf die negativen Vorgaben der Nasdaq zurück. Außerdem verheiße der S&P-Future für den Auftakt der US-Börsen nichts Gutes, sagte ein Händler. Technologietitel, aber auch Bankentitel waren von Kursrückgängen betroffen. Baltimore gaben 11,5 % auf 349 Pence ab. CMG reagierten auf eine Gewinnwarnung der niederländischen Getronics mit Kursverlusten von 9,36 % auf 998 Pence. Der größte britische Internetbetreiber Freeserve legte 2,74 % auf 149-3/4 Pence zu, nachdem das Unternehmen Gespräche über einen möglichen Verkauf bestätigt hatte.

Zürich - Leichter bei uneinheitlichem Geschäft

Die Schweizer Börse hat im Laufe des Vormittags leichter tendiert. Der SMI lag um 0,86 % im Minus bei 8 083,5 Zählern. Händler sprachen von einem lustlosen und uneinheitlichen Geschäft mit tendenziell abbröckelnden Kursen. UBS notierten anfänglich etwas höher, gaben jedoch im Handelsverlauf 0,8 % auf 245 sfr ab. Noch stärker fielen CS Group mit 1,4 % tiefer auf 311,5 sfr. Auch SAir Group büßten vor einer Verwaltungsratssitzung 0,8 % auf 252,5 sfr ein. Dagegen rückten Nestle leicht um 0,53 % auf 3 795 sfr vor. Unter den Chemiewerten kam es vereinzelt zu Einbußen. Novartis und Roche gaben um 0,32 beziehungsweise 0,5 % nach.

Paris - Schwächer - Telekomwerte gefragt

In Paris präsentierte sich die Börse trotz reger Nachfrage nach Telekomwerten schwächer. Der CAC40 verlor 1,78 % auf 5 972,73 Zähler. Nach dem Verzicht der Deutschen Telekom, französische UMTS-Lizenzen zu erwerben, konnte die französische Konkurrenz kurzzeitig leicht zulegen, gab jedoch später im Sog des Marktumfeldes ebenfalls nach. Bouygues sanken 1,9 % auf 53,65 Euro und Vivendis SFR gaben 1,33 % auf 81,3 Euro nach. France Telecom verloren sogar 3,8 % auf 101 Euro. Einer der größten Verlierer waren Cap Gemini Ernst & Young, die ein mit hohen Kosten verbundenes Joint Venture mit Ontario Power Generation bilden wollen. Das Papier sank über sechs Prozent auf 171,5 Euro.

Mailand - Anhaltende US-Unsicherheit dämpft Stimmung

Die italienischen Aktienwerte haben nach Aussagen von Händlern angesichts der verschobenen Entscheidung der US-Präsidentschaftswahl mehrheitlich leichter tendiert. Der Mib30 gab 1,62 % auf 4 6816 Zähler nach. Nur wenige Werte trotzten dem negativen Trend. Zu den Kursgewinnern gehörten Ölkonzern Eni, die einen Aktientausch mit einem internationalen Unternehmen planen. Sie gewannen 0,7 % auf 7,19 Euro. Verlierer waren dagegen sowohl Finanztitel als auch die Telekomwerte. Seat Pagine gaben 4,6 % auf 2,83 Euro nach. Gleiches Schicksal ereilte Banca Monte dei Paschi mit 1,96 % tiefer auf 4,60 Euro. Nach Verlusten in vorherigen Sitzungen gaben Sanpaolo IMI ein weiteres Mal um 2,3 % auf 17,99 Euro nach.

Madrid - Leichter - Im Mittelpunkt Telefonica Moviles

An der madrilenischen Börse ist das Börsenbarometer deutlich gesunken. Der Ibex fiel 2,4 % auf 9 364,5 Zähler. Im Mittelpunkt stand das Börsendebut der Mobilfunktochter von Telefonica, Telefonica Moviles. Händler erwarteten einen regen Handel und einen Preisanstieg leicht über den Emissionskurs von elf Euro. Gegen Mittag lag das Papier um knapp einen Prozent über dem Emissionspreis bei 11,10 Euro. Die Muttergesellschaft fiel dagegen 4,5 % auf 18,53 Euro. Telefonica erziele mit dem am unteren Ende der Preisspanne liegenden Emissionspreis geringe Einnahmen, erklärte ein Händler. Internetfirma Terra Networks verloren kräftig mit 7,6 % tiefer auf 17,27 Euro. Von ihrem Kursrutsch am Montag erholten sich noch einmal Banco Santander Central Hispano. Sie machten 1,24 % auf 10,58 Euro gut.



Amsterdam - Gewinnwarnung von Getronics schwächt Markt

Die niederländischen Aktienwerte haben belastet von Kurseinbußen der Getronics-Aktien deutlich schwächer tendiert. Das IT-Unternehmen hatte am Mittwoch eine Gewinnwarnung für 2001 bekannt gegeben, worauf das Papier 35,4 % auf 8,14 Euro absackte. Mitgezogen wurden Ordina Beheer, die 6,8 % auf 25,50 Euro nachgaben, sowie IT-Unternehmen europaweit. Von ihrem Allzeit-Tief am Dienstag konnten sich UPC nicht weiter erholen. Das Papier lag 5,24 % tiefer bei 9,85 Euro. Der AEX sank 2,17 % auf 653,81 Zähler. Bei der anhaltenden Marktvolatilität gebe es für Investoren derzeit keinen Anreiz einzusteigen, sagte ein Händler.

Wien - Knapp behauptet - Im Fokus Telekom Austria

Die österreichischen Aktienwerte tendierten knapp behauptet. Der AEX sank um 0,23 % auf 1 093,56 Zähler. Nach einem schwachen Börsendebut von Telekom Austria sank das Papier am zweiten Handelstag weiter unter den Emissionspreis von neun Euro auf 8,03 Euro ab. Die Umsätze hätten sich beruhigt, aber das Papier zeige sich schwach, sagte ein Händler. Weiter fest waren Head mit 3,74 % auf 5,55 Euro. Unter Druck standen erneut CyberTron mit einem Minus von 15,2 % auf 5,05 Euro und BETandWIN, die ihren Verlust ausgeweitet hatten. Das Papier gab 6,42 % auf sieben Euro nach.



Brüssel - Defensive Werte stützen sinkenden Index

In Brüssel haben die defensive Werte ein stärkeres Absinken des Börsenbarometers verhindert. Der Bel20 sank die dritte Sitzung in Folge bis zum Mittag um 0,7 % auf 3 066,93 Zähler. UCB stützten den Markt mit einem Kursanstieg von 0,4 % auf 41,55 Euro. Auch Colruyt und Delhaize konnten leicht zulegen. Einbußen erlitten dagegen Finanzwerte wie KBC Bancassurance und deren Muttergesellschaft Almanij um jeweils 2,7 und 1,9 % auf 48,41 und 43,06 Euro. Auch Fortis gaben 0,5 % auf 34,61 Euro nach. Das am Freitag verkündete Übernahmeangebot von Fortis an die dänische ASR Verzekeringsgroep belaste den Aktienkurs, sagten Händler. Die Bekanntgabe der Quartalszahlen von Fortis wird voraussichtlich am Donnerstag erfolgen.

Stockholm - Deutlich leichter

Die Stockholmer Börse hat sich im Laufe des Vormittags deutlich leichter präsentiert. Der OMX sank bis zum Mittag um 2,72 % auf 1 090,48 Zähler. Neben der anhaltenden Unsicherheit über den Ausgang der US-Wahlen belaste vor allem der Internetberater Framfab das Börsengeschehen, sagten Händler. Investoren zeigten sich skeptisch gegenüber massiver Restrukturierungsmaßnahmen des Unternehmens. Das Papier fiel 4,5 skr auf 20,70 skr und verlor damit über 90 % seines Wertes seit dem Jahreshoch von 318,75 skr im März. Unter Druck gerieten außerdem Branchennachbarn Icon Medialab und Adcore, die jeweils um 11,50 und 3,40 skr auf 51 und 30,30 skr nachgaben.

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