Der Stoxx-50-Index notierte 0,4 % schwächer bei 3 988 Zählern
Europäische Börsen schließen uneinheitlich

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben den Handelstag am Montag uneinheitlich beendet. An den Finanzplätzen hatten nach Angaben von Händlern insbesondere Einzelmeldungen das Geschehen bestimmt. Zudem kursierten nach der geplanten Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz einige Gerüchte in den Märkten über weitere Konsolidierungen im europäischen Finanzmarkt, was Händlern zufolge einige Finanztitel beflügteln konnte.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am frühen Abend 0,4 % schwächer bei 3 988 Zählern, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) nahezu unverändert bei 4186 Punkten notierte. Die US-Börsen lagen einheitlich in der Verlustzone. Der Industriewerteindex Dow Jones gab 1,3 % auf 9749 Zähler ab, der technologielastige Nasdaq-Index fiel um 2,4 % auf 1795 Zähler.

London - Leichter durch Bankensektor

An der Londoner Börse schlossen die Aktienwerte leichter. Der FTSE 100-Index verlor 0,3 % auf 5 618 Punkte. Insbesondere Kursverluste bei dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline sowie im Bankensektor belasteten den Gesamtmarkt. Händler führten die Abschläge auf Gewinnmitnahmen sowie auf Befürchtungen hinsichtlich des Wirtschaftsausblicks und der zu erwartenden Ergebnisse zurück. Die Anteile von Glaxo-Smith-Kline gaben um 1,2 % ab, die von Barclays verloren 2,4 %. In einem allgemein schwachen Telekomsektor fielen auch die Aktien von British Telecom um knapp zwei Prozent.

Zürich - ABB belastet - SAir-Group ausgesetzt

Die Schweizer Börse schloss schwächer, der SMI-Index nahm einen Verlust von 1,85 % auf 7 035 Zähler mit aus dem Handel. Die live im Fernsehen übertragene Bilanzpressekonferenz der SAirGroup, deren Aktien vom Handel ausgesetzt worden waren, sowie der massive Kurseinbruch der ABB-Aktien hatte Händlern zufolge das Geschehen am Markt bestimmt. Die SAirGroup hatte für 2000 einen Verlust von knapp 2,9 Mrd. sfr bekannt gegeben. Im Markt hieß es, die Aktien könnten unter starken Druck geraten, wenn der Handel wieder aufgenommen werde. ABB fielen um 15,87 % auf 106 sfr. Eine Verkaufsempfehlung der Deutschen Bank, in der der faire Wert mit 70 sfr beziffert worden sei, habe die Titel in die Tiefe stürzen lassen, sagten Händler. Eine Bestätigung bei dem Bankhaus war nicht zu erhalten.

Paris - CAC40 schließt freundlich

Die Pariser Börse schloss mit Gewinnen. Der Blue-Chip-Index CAC40 nahm einen Gewinn von 0,6 % auf 5 210 Punkte mit aus der Sitzung. Insbesondere Telekomwerte waren gefragt, die Händlern zufolge nach den großen Kursverlusten in der jüngsten Zeit auf dem derzeitigen Kursniveau "attraktiv" sind. France Telecom stiegen um 4,5 %, Bouygues legten um 2,8 % zu. Die Versicherungswerte profitierten von der Übernahme der Dresdner Bank durch den Versicherer Allianz. Die Aktien von Axa verteuerten sich um 1,2 %. Chipproduzent STMicroelectronics und Telekomausrüster Alcatel verloren rund zwei Prozent, nachdem Goldman Sachs den europäischen Halbleitersektor zurückgestuft hatte.

Mailand - Schließt freundlich

Die italienischen Aktienwerte haben freundlich geschlossen. Der Mib 30-Index beendet die Sitzung 0,4 % fester bei 39 145 Punkten. Gut behaupten konnten sich die Telecom Italia nachdem das Unternehmen eine Änderung seines Kapital-Umstrukturierungsplanes bekannt gegeben hatte. Die Stammaktien des Unternehmens gewannen mehr als zwei Prozent auf 11,63 Euro, während die Vorzugsaktien um 2,3 % stiegen. Telecom Italia hatte eine Änderung des Umtauschfaktors bekannt gegeben. Danach ergibt sich ein Umtauschpreis von 12,50 Euro für die Stammaktien. Die Aktien des Konkurrenten Olivetti legten um 1,8 % zu. Die Titel von Alitalia stiegen im Vorfeld der Veröffentlichung von Bilanzdaten für 2000 um mehr als sieben Prozent.

Madrid - Aktien schließen nahezu unverändert

Die Börse in Madrid beendete die Sitzung nahezu unverändert. Der Ibex 35-Index schloss 0,17 % fester bei 9 324 Punkten. Indexschwergewicht Telefonica konnten im späten Handelsverlauf ihre Verluste abbauen und schlossen mit einem Plus von 0,05 % bei 18,21 Euro. Das Energieunternehmen Hidroelectrica des Cantabrico legten um 1,1 % auf 26,90 Euro zu. Händlern zufolge wurden die Titel von der Übernahmeofferte einer Industriegruppe, zu der das deutsche Unternehmen EnBW gehört, beflügelt. Indexschwergewicht Banco Santander Central Hispano verzeichnete Zuschläge von 0,3 % auf 10,38 Euro.

Amsterdam - Aktien schließen mit Gewinnen

Die niederländischen Aktienwerte beendeten den Handelstag freundlich. Der AEX-Index schloss 0,46 % fester bei 557 Zählern. Finanzwerte konnten im Sog der Übernahmen der Dresdner Bank durch die Allianz zulegen. Die Aktien der Bankhäuser ABN Amro und Fortis gewannen jeweils 1,5 % an Wert. Zu den größten Verlierern gehörten die Titel von ASM Lithography-Titel, die nach einer Herabstufung der Gewinnprognose durch Goldman Sachs um mehr als fünf Prozent auf 23,80 Euro abgaben. Die Anteile der Kabelnetzwerkfirma UPC schlossen mehr als vier Prozent schwächer, nachdem das Unternehmen einen größer als erwartet ausgefallenen Gewinn mitgeteilt hatte.

Wien - Aktienwerte schließen leichter

Die österreichischen Aktienwerte beendeten die Handelssitzung mit Verlusten. Der ATX-Index schloss 0,9 % leichter bei 1 175 Punkten. Das Rekordergebnis von Böhler-Uddeholm hatte nach Händlerangaben wenig bewegt, da es in dieser Form bereits erwartet worden wäre. Die Aktie schloss 0,7 % fester bei 42,20 Euro. Telekom Austria gingen mit einem Gewinn von 0,2 % auf 5,88 Euro aus dem Handel.

Brüssel - Fester durch Finanzsektor

Die belgischen Aktienwerte schlossen gestützt durch den Finanzsektor fester. Der Bel 20-Index ging mit einem Aufschlag von 1,4 % auf 2 878 Zählern aus dem Handel. Zuschläge verzeichnete Indexschwergewicht Fortis. Der Kurs legte 0,6 % auf 29,93 Euro zu. KBC Bancassurance-Titel kletterten um knapp vier Prozent auf 46 Euro. Händler sagten, die geplante Fusion von Allianz und Dresdner Bank nähre Gerüchte für weitere Aktionen.

Stockholm - Schwächer mit Verlusten bei ABB

Die Stockholmer Börse schloss schwächer. Der OMX-Index schloss gut zwei Prozent tiefer bei 812,10 Zählern. Händler äußerten sich erstaunt über den schwachen Verlauf. "Ich hätte mehr Käufer zum Beginn des zweiten Quartals erwartet, aber die Leute sind sehr vorsichtig gegenüber den neuen Ergebnissen, die ab nächster Woche zu erwarten sind", sagte ein Händler. Die Aktien des Ingenieursunternehmens ABB gerieten unter Druck, nachdem die Deutsche Bank ihre Gewinnprognose für das Unternehmen nach unten korrigiert hatte. Die Titel fielen um rund 15 %. Abgeben musste auch der Finanzsektor mit Verlusten bei Swedbank, Handelsbaken und SEB.

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