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Der Streit der Rabbis

Eine weltbewegende Frage beschäftigt derzeit Israel: Ist Hummus, das israelische Nationalgericht aus pürierten Kichererbsen, koscher? Oder muss die beliebte orientalische Spezialität vom Speisezettel orthodoxer Haushalte gestrichen werden?

Eine weltbewegende Frage beschäftigt derzeit Israel: Ist Hummus, das israelische Nationalgericht aus pürierten Kichererbsen, koscher? Oder muss die beliebte orientalische Spezialität vom Speisezettel orthodoxer Haushalte gestrichen werden?

Das Problem, über das die Gelehrten derzeit diskutieren, ist entstanden, nachdem sich ein einflussreicher israelischer Rabbi, der ehemalige Oberrabbiner Mordechai Eliahu, über die Herstellung von Hummus sachkundig gemacht hat. Dabei stellte er mit Entsetzen fest, dass Sesamkörner in einigen Betrieben von Nicht-Juden geschält werden, was den Sesam-Verzehr unkoscher macht.

Um das bedeutende Marktsegment der Ultraorthodoxen nicht zu verlieren, prüften darauf alle Hummus-Fabriken, ob die Kostbarkeit bei ihnen nach den strengen Regeln der koscheren Zunft hergestellt werde.

Doch beim Hummus-Streit geht es, wie so oft, nicht um die Sache, sond ern um den Konkurrenzkampf zwischen zwei Rabbinern. Der Rivale von Eliahu, Rabbi Ovadia Yosef, hatte zuvor in einem Interview gesagt, dass es aus religiöser Sicht keinen Unterschied zwischen geschälten und ungeschälten Sesamkörnern gebe. Wörtlich: "Beide sind koscher". Da wollte sich Eliahu, wer möchte ihm das verübeln, abgrenzen. Auch wenn es dabei bloß um Hummus geht.

Die Gläubigen nehmen den Zwist der Gelehrten, so scheint es, gelassen: "Wenn ein Rabbi mir mein Leibgericht verbieten will, dann gehe ich zum anderen Rabbi. Aber den Hummus lasse ich mir nicht verbieten", meint ein Liebhaber der pürierten Kichererbsen.

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