Archiv
Der Tag, an dem Börse schlief

Die Wall Street hat sich mit Kursverlusten ins Wochenende verabschiedet. Der Dow Jones Index ist unter die 11.000er-Marke gefallen. Der Nasdaq Composite hat sich über der 2.200 Punkteschwelle gehalten, aber dennoch rund zwei Prozent abgegeben. Umsatzwarnungen von Juniper Networks, 3Com und Handspring hatten den Abwärtstrend bereits vor Handelsbeginn eingeleitet. Das Handelsvolumen fiel jedoch sehr dünn aus. Kein Wunder, denn am Vormittag gingen an der New York Stock Exchange vorübergehend die Lichter aus.

Um 10:10 Uhr konnten Börsianer in New York ein zweites Frühstück einnehmen. Das elektronische Handelssystem "Super Dot" musste nach einem Software-Update abgeschaltet werden. Um den fairen Wettbewerb zu gewährleisten, gab Börsenchef Richard Grasso die Order, sämtliche Handelsaktivitäten einzustellen. Erst um 11:36 wurde der Handel wieder aufgenommen. Einige Aktien wie IBM wurden sogar erst am Nachmittag wieder freigegeben. Zum letzten Mal wurden die Systeme an der Wall Street im Oktober 1998 temporär abgeschaltet.

Neben Juniper & Co. hat sich auch Intel in die Verliererliste eingetragen. Dabei sah die Nachrichtenlage für Intel gar nicht so schlecht aus. Am Donnerstag nach Handelsschluss hatte das Unternehmen einen Quartalszwischenbericht veröffentlicht. Danach werden die Erwartungen im zweiten Quartal erfüllt. Im Vorfeld hatten Marktexperten geunkt, dass Intel die Prognosen senken könnte. Im Vorfeld hatte der Kurs jedoch bereits deutlich angezogen, und frei nach dem Motto "sell on good news" büßte die Aktie rund zwei Prozent an Wert ein.

Geringe Kursverluste hat Bristol-Myers am Freitag verbucht. Das Unternehmen wird die Pharmasparte von DuPont für 7,8 Milliarden Dollar übernehmen. Da Bristol-Myers von der Konkurrenz ein scharfer Wind entgegenbläst, wird der Zukauf und damit die Ausweitung der Produktpipeline von Analystenseite begrüßt.

Verzögern wird sich die Übernahme von Quaker Oats durch PepsiCo. Ursprünglich sollte der Verkauf noch in diesem Monat erfolgen. Nun müssen sich Anleger noch bis zum dritten Quartal gedulden. Quaker Oats stellt das Sportgetränk Gatorade her. Gatorade hat einen stolzen Anteil von rund 80 Prozent auf dem Markt für isotonische Getränke. Die amerikanische Handelskommission FTC überprüft derzeit Beschwerden der Konkurrenz. PepsiCo hatte bereits angekündigt, dass die Marke All Sport ausgegliedert werden soll, um nach der Übernahme von Quaker Oats nicht über eine unzulässige Marktmacht zu verfügen.

Zu den Gewinnern gehörten am Freitag Goldaktien sowie Werte aus dem Gesundheitswesen. Auch Telefongesellschaften wie AT&T konnten zum Wochenende zulegen.

In der nächsten Woche werden reihenweise Veröffentlichungen näheren Aufschluss über die Lage der US-Konjunktur liefern. Am Mittwoch wird das beige book veröffentlicht. Am Donnerstag und Freitag folgen die Erzeuger- beziehungsweise die Verbraucherpreise. Zum Wochenabschluss werden zudem Angaben über das Verbrauchervertrauen erwartet. Auch in die IPO-Front könnte langsam wieder Bewegung kommen. Im laufenden Jahr haben bisher lediglich 35 Unternehmen den Gang an die Börse gewagt. Am Dienstag steht mit der Lebensmittelsparte von Philip Morris, Kraft, der zweitgrößte Börsengang in der Geschichte der Wall Street an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%