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Der tiefe Fall der Allianz

Harte Zeiten für Allianz-Aktionäre: Das Papier des Versicherers - einst Synonym für Solidität - ist seit Monaten auf Talfahrt. Gestern fiel der Kurs kurzzeitig unter 90 Euro - so tief, wie seit Anfang der 90er-Jahre nicht mehr.

cbu DÜSSELDORF. So etwas war vor sechs Monaten noch undenkbar. Damals lag das Papier noch bei über 275 Euro. Doch inzwischen sorgt man sich auch in der Allianz-Zentrale, dass die Entwicklung außer Kontrolle geraten könnte. Der Konzern mit seinen milliardenschweren Beteiligungen an fast allen deutschen Großunternehmen - von Münchener Rück über BMW und MAN bis Beiersdorf - ist inzwischen an der Börse weniger als 24 Mrd. Euro wert. "Wird die Allianz zum Übernahme- kandidaten?", so die bange Frage.

Frisches Kapital - wie mancher andere Versicherer - braucht die Allianz aber vorerst nicht. "Eine Kapitalerhöhung steht nicht auf der Tagesordnung", sagte ein Konzernsprecher.

Die Gründe für den brutalen Kursverfall sind vielfältig. Zum einen macht dem Konzern natürlich die Börsenkrise zu schaffen. Mit jedem neuen Kursrutsch zerrinnt der Wert des Beteiligungs-Portfolios. Dazu hat die Branche Milliardenschäden aus den Terror-Anschlägen und zuletzt den Flutkatastrophen zu tragen. Aber es gibt auch hausgemachte Probleme: das Desaster bei der gerade übernommenen Dresdner Bank, Verluste in der Industriesparte, Verdoppelung der Vorsorge für Asbest-Schäden in den USA. Harte Zeiten auch für den Allianz-Vorstand unter Henning Schulte-Noelle.

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