Der Umsatz dürfte etwa 30  Mrd. DM erreicht haben
Bahn-AR sieht auf erfolgreichstes Jahr

Die Deutsche Bahn AG, Berlin, blickt auf ihr erfolgreichstes Jahr seit der Bahnreform zurück. Vorstandsvorsitzender Hartmut Mehdorn wird dem Aufsichtsrat am kommenden Mittwoch in Berlin (Beginn der Sitzung ist 10.30 Uhr) eine deutliche Perspektive aufzeigen.

vwd FRANKFURT. Der operative Gewinn wird voraussichtlich 390 Mill. DM betragen, so bestätigten Aufsichtsrat nahestehende Kreise. Dabei hätten Güter und Personenverkehr gleichermaßen zum Erfolg der Bahn beitragen. Der Umsatz dürfte etwa 30  Mrd. DM erreicht haben, das Eigenkapital wird 18  Mrd. DM veranschlagt.

Neben der Budgetplanung für das Jahr 2001 soll auch die Mittelfristplanung bis zum Jahr 2005 vom Aufsichtsrat verabschiedet werden. Dabei scheint bis zum Jahr 2003 die Finanzierung von Investitionen gesichert. Danach stünden die Planungen auf "wackeligen Füssen", hieß es aus Aufsichtsratskreisen am Montag. Nachdem Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig am Wochenende seine Pläne erläuterte, wonach Schiene und Netz getrennt werden sollen, scheint die Sanierung des Bundesunternehmens, das 2005 zumindest mit Teilen an die Börse will, fraglich. Eigentlich sollten ab 2004 die Gewinne bei der Bahn sprudeln.

Doch nun, nachdem die Finanzen und Investitionen der Bahn durch den Bund nicht mehr gesichert scheinen, gerät auch die Mittelfristplanung des Bahnchefs ins Wanken. Mehdorn und die Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat sind sich darüber einig, dass die Finanzen für die nächsten Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte gesichert sein müssen. Langfristige Investitionen, die jetzt anstünden, erforderten dies, hieß es. Wünschenswert bei der Langfristplanung sei eine Orientierung an der Umsatzsteuer, ähnlich wie es beim Nahverkehr schon geschehe, empfehlen die Skeptiker der Bodewig-Pläne.

Bislang sei ein Fehlbetrag von 17  Mrd. DM aufgetürmt worden. Es sei eine Illusion, dass eine Trennung von Netz und Schiene, das Heil bringe. Über den Sinn einer institutionelle Trennung wollen einige Bahnkenner nicht streiten, doch sei es falsch, wenn in zwei Unternehmen in unterschiedlicher Richtung investiert werde. Aus diesem Grund werden sich einige AR-Mitglieder am Mittwoch gegen eine faktische Trennung von Schiene und Netz aussprechen. Wichtiger sei vielmehr die Leistungsfähigkeit des Schienennetzes zu erhalten und zu steigern. Dazu müsse Bodewig zuerst einmal über den ungleichen Wettbewerb von Schiene und Straße nachdenken.

Die geplante Lkw-Maut von 0,25 DM sei zu niedrig angesetzt. Schon jetzt erhebe die Schweiz umgerechnet 0,78 DM. Ein Kompromiss bei etwa 0,40 DM hält die Bahngewerkschaft Transnet für sinnvoll. Für Bahnchef Medorn, der durch den Rücktritt von Aufsichtsratchef Dieter Vogel personell den Rücken gestärkt bekam, wird 2001 ein "Jahr der Bewährung", vermuten Branchenkenner. Er werde in den nächsten Monaten daran gemessen, ob er seine Sanierungsvorschläge durchsetzen kann.

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