Der unbekannte Rundfunk
IFA soll Digitalradio endlich aus dem Schattendasein holen

Glaubt man den Ankündigungen der Hersteller, sollen sich digitale Radiogeräte zum Publikumsrenner auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin entwickeln. Egal ob Empfänger für Zuhause, Autoradios oder PC-Lösungen - mit attraktiven Einstiegspreisen wollen die Hersteller die Konsumenten endlich auf breiter Font von den digitalen Rundfunkgeräten überzeugen.

ddp MÜNCHEN. Bislang fristet das Geschäft mit den Digitalradios noch ein Schattendasein in Deutschland. Zu unklar ist vielen Verbrauchern nach wie vor, warum sie sich eines dieser neuartiges Empfangsgeräte zulegen sollen. Zudem liegen die Preise bislang selten unter 1.000 Mark. Von den Vorteilen der neuen Technik - darunter CD-ähnliche Klangqualität und Übertragung zusätzlicher Informationen zu Titel, Interpret oder Verkehrslage - wissen die meisten Kunden nichts.

Grund genug für zahlreiche Hersteller und Radiosender, nun selbst in die Offensive zu gehen. Im Frühjahr dieses Jahres schloss man sich zur Initiative Marketing Digital Radio (IMDR) zusammen. Darin sind unter anderem die Deutsche Telekom, der Elektronikhersteller Blaupunkt und neuerdings auch der Bayerische Rundfunk vertreten. Mit großflächigen Zeitungsanzeigen und Werbeaktionen in öffentlichen Verkehrsmitteln versucht man nun, Stimmung für die neue Technik zu machen.

"Unser Ziel ist es, Digitalradio endlich bekannter zu machen und damit als neuen Standard zu etablieren", sagt Johannes Podzun, Sprecher der Frankfurter Agentur Leipziger und Partner, die die Aktionen des IMDR koordiniert. Als viel zu langfristig erscheint den Mitgliedern nämlich das Ziel der Bundesregierung, digitalen Netzempfang erst zum Jahr 2010 flächendeckend anzubieten.

Um Planungssicherheit vor allem für kleinere Radiostationen zu garantieren, fordert der IMDR eine beschleunigte Einführung der digitalen Technik - und im Gegenzug die schnellere Abschaltung der analogen UKW-Übertragungsart. "Gerade dieser Simultan-Betrieb von UKW und Digital ist sehr, sehr teuer und kann privaten Radiostationen daher ernsthafte finanzielle Probleme bereiten", betont Podzun.

Ein weiterer Dorn im Auge ist der Initiative auch die ungleiche Bezuschussung der digitalen Technik in den einzelnen Bundesländern. Während private Radiostationen in Bayern - dank Edmund Stoibers Medieninitiative - auf hohe Finanzspritzen hoffen dürfen, müssen Senderbetreiber im Nachbarland Hessen mit viel geringeren Zuschüssen auskommen. "Ein Unding", meint Sprecher Podzun und verlangt nach einer bundeseinheitlichen Lösung.

Um die Verbraucher zur IFA 2001 endlich auf den Geschmack zu bringen, bemüht man sich seitens des IMDR um eine ansprechende Präsentation der digitalen Technik. Unter einem gemeinsamen Logo will man Geräte zeigen, die neben analogem und digitalem Empfang auch MP3-Musik wiedergeben können. Und auch die Hemmschwelle des hohen Preises will man beseitigen. Spätestens Ende des Jahres, so hofft Johannes Podzun, werde man Modelle zum Einzelpreis von unter 500 Mark anbieten können.

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