Der Urknall soll über das Internet erforscht werden: Cern und IBM arbeiten bei verteiltem Rechnen zusammen

Der Urknall soll über das Internet erforscht werden
Cern und IBM arbeiten bei verteiltem Rechnen zusammen

Das europäische Forschungszentrum für Teilchenphysik Cern in Genf und der Computerkonzern IBM wollen gemeinsam das weltweit größte Datenmanagementsystem für dezentrales Rechnen entwickeln.

tnt FRANKFURT/M. Mit Hilfe des Internets und der so genannten Grid-Technologie wollen die Forscher mehr über die Entstehung der Erde in Erfahrung bringen. Ziel der Physiker ist es, mittels enormer Rechenleistung die Bedingungen zu studieren, die in den ersten Sekunden nach dem Urknall geherrscht haben.

Im Zentrum der Entwicklung steht ein riesiger Teilchenbeschleuniger, der im Jahr 2007 in Betrieb genommen wird. Die Anlage erzeugt pro Jahr eine Datenmenge von rund zehn Millionen Gigabyte. Das entspricht in etwa einer Datenmenge, die auf 15 Millionen CD-Rom passt. Diese Daten sollen dann über das Internet an eine möglichst große Zahl von Rechnern verschickt und hinterher wieder zentral zusammengefasst werden.

Für die Verteilung der Daten setzt IBM eine neue Software für das Speichermanagement ein. Unter dem Namen "Storage Tank" verbindet dieses Programm verteilte Speicherhardware auch über verschiedene Technik-Plattformen und Betriebssysteme hinweg. Dadurch können dezentral freie Kapazitäten in Netzwerken besser genutzt und die Auslastung vorhandener Rechenzentren gesteigert werden.

Im Laufe des Jahres soll die Software auf den Markt kommen. Neben dem Einsatz in rechenintensiven Wissenschaftsnetzen zwischen Universitäten soll die Technologie auch in Unternehmen eingesetzt werden, wo die Auslastung der vorhanden IT-Anlangen im Alltagsbetrieb häufig bei weniger als 50 % liegt. Auch Konkurrenten wie Hewlett-Packard oder der Speicherspezialist EMC arbeiten seit längerem an ähnlichen Systemen.

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